2800 Euro nicht gezahlten Lohn in Hotel eingeholt

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Aus dem aktuellen Flyer des SOLIDARITY NETWORK DACHAU
2800 Euro nicht gezahlten Lohn in Hotel eingeholt
Im Februar und März diesen Jahres bekam eine Kollegin aus der Ukraine ihren Lohn nicht vollständig ausgezahlt. Sie war als Hilfsarbeiterin in einem Hotel in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs beschäftigt. Anfangs versuchte sie selbst ihren Anspruch durchzusetzen, stieß dabei aber auf taube Ohren.
Zwielichtige Geschäftsmethoden
Die strukturellen Voraussetzungen gestalteten sich schwieriger als zuerst angenommen. Die Kollegin mit ukrainischem Pass hat durch den Status ukrainischer Geflüchteter eine Arbeitserlaubnis, aber in dem Hotel wurde sie unter der Hand beschäftigt. Ihr Beschäftigungsverhältnis wurde zum 31.03.2024 beendet. Allerdings lief die Beschäftigung per mündlicher Absprache über eine zwischengeschaltete Personalagentur. Deren Konzept scheint es offensichtlich zu sein überwiegend illegalisierte Migrant*innen über persönliche Netzwerke aus Osteuropa anzuwerben, an das Hotel als billige Arbeitskräfte zu vermitteln und sie darüber hinaus noch in Häusern im Umkreis Münchens mit katastrophalen Zuständen zum Wohnen unterzubringen. Dabei geraten die Kolleg*innen in mehrfache Abhängigkeit – sie werden „schwarz“ beschäftigt und können so schwerer ihre Ansprüche geltend machen.
Außerdem wohnen sie in von dem Netzwerk gestellten Bruchbuden. Zwei dieser Häuser befinden sich im Münchner Norden und in Karlsfeld. Mehrere Menschen – darunter auch Kinder – müssen sich ein Zimmer teilen. Der sanitäre und hygienische Zustand ist mehr als unzureichend bis menschenunwürdig. Zudem wird auf die Betroffenen Druck in verschiedener Form ausgeübt.
Her mit der Kohle
Über das Solidarity Network konnte die Kollegin vorübergehend in einer anderen Wohnung unter kommen. Nach Klärung der Sachlage wurde nun der Chef der Personalagentur aufgefordert die ausstehenden 2400 Euro zu zahlen. Zusätzlich wurde mit 400 Euro noch eine Abgeltung nicht gewährten Urlaubs aus dem Vorjahr mit einbezogen. Der Chef zog es zunächst vor herum zu lavieren und machte unkonkrete Zusagen. Er hoffte wohl die Sache würde sich in Nichts auflösen, wenn man die Kollegin nur lange genug hinhalte.
Aber hierbei lag er falsch, denn das Solidarity Network wurde mehrfach telefonisch bei ihm vorstellig und mit entsprechendem Nachdruck wurden im April die nicht gezahlten Löhne vollständig beglichen. Man muss allerdings betonen, dass bei dem ganzen Fall eine gewisse Vorsicht an den Tag gelegt werden musste, da bei den Personen im Hintergrund dieses Netzwerks eine gewisse Gefährlichkeit nicht ausgeschlossen werden konnte.
Es ist eine Geschichte von hunderten und man kann davon ausgehen, dass eben solche täglich geschehen. Klar ist, dass wir zusammen etwas erreichen können – im Kleinen wie im Großen.