AfD Dachau erhält überraschenden Besuch
Mit Ruhm hat sich die AfD Dachau wahrlich nicht bekleckert in diesem Wahlkampf. Eine Veranstaltung im Thoma-Haus am 21.09.23 fand gar nicht erst statt, bei einem Stammtisch Anfang September im Adria in Dachau-Ost stand Kandidat Jürgen Henritzi doof vor der verschlossenen Tür. Infostände in der Stadt? Null. Eine kurzfristige Veranstaltung am 28.09.23 im Thoma-Haus lockte sage und schreibe 8 Gäste. Man schien den Fokus auf die abschließende Veranstaltung am 05.10.23 im Schützensaal des 3 Rosen zu legen und plakatierte dafür, wobei die AfD hierbei gleich unbrauchbar gemachte Plakate übertünchen konnte – jedenfalls ein paar davon. So wird das nichts mit der rechten „Bewegung“. Von Straßenpolitik, die einigen Akteuren vorschwebt, ganz zu schweigen. Dafür konnten sie am 05.10. selbst den Druck der Straße erfahren.

Zwar konnten sie diesmal um die 20 Gäste mobilisieren, aber vor dem Eingang des 3 Rosen waren rund 20 Menschen, die auch wegen, aber gegen die AfD da waren und deren Platz zum Cornern rein zufällig den Rechten den Zugang über den Biergarten deutlich erschwerte. So wurde der Eintritt zum Spießrutenlauf.
Während sich Stadtrat Markus Kellerer und der bayerische JA-Vorsitzende Michael Stauch – natürlich gekleidet in die Neonazi-Marke „Label 23“ – nach drinnen verzogen, stand Kandidat Henritzi ratlos hinter den sie schützenden Polizist*innen und wartete auf seine Referenten Walbrunn, Wiehle und den Dauergast Rainer Kraft. Letzter schob sich nomen est omen durch die cornernden Menschen am Eingang und blieb leicht hängen dabei, was die Polizei zum Anlass nahm nun doch ein Machtwort zu sprechen und die Zusammenkunft als Versammlung einzustufen. Eine verantwortliche Person wurde gesucht. Als Gegenargument wurde eingeworfen, wenn man sich nun als Pandemieleugner*innen bezeichne, dann müsse man ja nicht anmelden und könne unbehelligt weiter machen.
Ohne Ergebnis ging die Sache weiter, auch weil die AfD in der Hoffnung auf weitere Gäste den Beginn hinauszögerte. Es kamen allerdings nur noch Sportschützen, die sogleich anmerkten mit der AfD Veranstaltung nichts zu tun zu haben. Auch der Wirt des 3 Rosen schien wenig begeistert über seine Gäste zu sein. Da der Schützensaal aber städtisch ist, hatten sie das Anrecht dort ihren Dreck zu verbreiten.
Die AfD Anhänger*innen mussten durch ein Nadelöhr einer kurzen Tischreihe am Haupteingang, worauf eine Erweiterung des Corners folgte – selbstverständlich mit der Aufforderung der Polizei dies zu unterlassen. Mangels weiterer AfD Anhänger*innen bewegte sich der Teil wieder zurück, um kurz darauf das Eintreffen dreier Sixpacks zu beobachten, gefüllt mit jungen motivierten Polizist*innen mit wenig Mimik, dafür aber praxisorientiert, da behandschuht.
Mit knapp einer halben Stunde Verspätung wurde dann die Tür des Schützensaals fest verschlossen und die völkische Partei konnte unter dem Schutz der Polizei beginnen.
Der Corner dezimierte sich ein wenig, aber ein Teil war gewillt die AfD auch wieder zu verabschieden und vertrieb sich bis dahin die Zeit, was wiederum die Polizei veranlasste dem Wirt den Verkauf von Getränken an diese Linksradikalen zu untersagen. Worauf einige zum Knödelessen übergingen, dies aber vor einer regungslosen behandschuhten Polizeikette nicht gestattet sei.
Nach gut zwei Stunden kam wieder Bewegung in die Sache, die Polizei schien den AfD Anhänger*innen geraten zu haben einzeln oder in kleinen Gruppen in Abständen die Örtlichkeit zu verlassen. Dabei wurden noch diverse Nettigkeiten ausgetauscht und ein paar genervte AfDler schienen gewillt zu sein es auch sportlich auszutragen – allerdings wurde dies erst nach der Gewinnung von Abstand und in Nähe der Polizeikette geäußert. Das Publikum entsprach überwiegend der Kategorie alte weiße Männer und um letzteres unter Beweis zu stellen, bot ein AfD Anhänger an sein Geschlechtsteil her zeigen zu können. Die meisten aber suchten schnell das Weite, war man doch mehrheitlich dem Anschein nach zu der Erkenntnis gelangt, dass hier nicht die so verhassten „Ökos“, „Grünen“ oder „Gutmenschen“ auf sie warteten und die Antifa auf Debatten keinen gesonderten Wert legt. An dieser Stelle musste nun auch die Polizei zeigen, dass sie durchgreifen kann und es folgte ein kurzes obligatorisches Geschubse.
Die Botschaft dürfte bei der AfD angekommen sein und zur Sicherheit wurde sie ihnen auch nochmal mitgeteilt.
Antifa bleibt Handarbeit