Afd in Geretsried am 12.3. mit extrem rechter Beteiligung
Nein hier geht es nicht um den absehbaren Wahlsieg der “Alternative für Deutschland” (Afd) bei den gestrigen Landtagswahlen. Unter dem Motto “Zurück zu Recht und Ordnung – Nein zu Kanzlerherrschaft und Moraldiktatur” rief die bayerische AfD am 12.03.16 zu einer Kundgebung in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolftatshausen) auf. Rein politisch war die Veranstaltung ein Reinfall. 150 Teilnehmende an der AfD Veranstaltung standen 1100 Gegendemonstrant_innen gegenüber. Unter den Teilnehmer_innen der AfD Kundgebung beteiligten sich extrem rechte Personen, sowie ganze Gruppen.
Bereits im Vorfeld mobilisierten Pegida und die völkisch rassistische “Identitäre Bewegung” (IB) zur Teilnahme. Der AfD Kreisvorsitzende Oberbayern-Süd Mario Buchner entgegnete gegenüber der SZ im Vorfeld, dass beide Gruppierungen “rechtskonservativ und patriotisch” seien. Sie ließen “nichts erkennen, wovon sich die AfD distanzieren” müsse (Quelle: SZ München 08.03.2016).
Eine eindeutige Aussage. Gerade in Hinsicht darauf, dass Pegida München für Neonazis seit Anbeginn mehr als nur offen steht. Zuletzt wurde am 27.02.16 von einer Teilnehmerin der Holocaust geleugnet.
Die Teilnehmerin beteiligt sich regelmäßig bei Pegida Märschen, aber auch bspw. an der Kundgebung des “Dritten Weg” am 15.8.15 im Münchner Norden.
In Geretsried waren die Aktivisten der “Identitären Bewegung” als geschlossener Block mit Fahnen und Transparenten nicht nur gern gesehene Gäste. Sie waren Bestandteil der Kundgebung. Ihr Pseudo-Rapper Chris Ares hielt einen Redebeitrag und konnte auf der Bühne sein Lied “Generation Deutschland” vortragen.

Laut einem Artikel von “Pegida Bayern” beschied der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron den “Identitären” gar Anerkennung für ihre Arbeit (Quelle: Pegida Bayern). Aber auch lokale AfD Vertreter waren vor Ort. Florian Jäger (Olching) hielt wie so oft einen Redebeitrag (Quelle: AfD Oberbayern). Jäger war bis Ende 2015 Vorsitzender des AfD Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck. Nun widmet er sich nur noch seiner Rolle als AfD-Bezirksvorsitzender in Oberbayern.
Nicht nur durch eine offene Beteiligung von völkischen rassistischen Gruppen wird deutlich, dass die “Alternative für Deutschland” auch in Bayern ihre taktische Zurückhaltung zunehmend aufgibt. Auch ihre Kooperation mit der österreichischen FPÖ verdeutlicht dies. Ein Redner der FPÖ für Geretsried sagte kurzfristig ab. Beim Publikum waren einige wohl auch auf mehr als rumstehen eingestellt. Laut Presseangaben wurden bei Polizeikontrollen bei Teilnehmenden der AfD Kundgebung acht Taschenmesser und sieben Pfeffersprays konfisziert (Quelle: merkur.de 13.03.2016).