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Chronik rechter Vorfälle in Dachau und Umgebung 2025

Januar

Am 08. Januar werden an der Theodor-Heuss-Straße mehrere Aufkleber mit der Aufschrift „Dachau Antifascista“ mittels Stift durchgestrichen und darunter „FCK AFA 17“ (“Fuck Antifa“) geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am 14. Januar wird am Eingang der KZ-Gedenkstätte, sowie an der Brücke zum Besucher*innenparkplatz „Free Palestine“, das Symbol mit Hammer und Sichel und „Alles für Alle“ gesprüht. Die Parolen sind nicht rechts, am Gelände der Gedenkstätte haben sie nichts zu suchen. Vergleiche mit den NS-Verbrechen, insbesondere mit der Shoah, sind als relativierend anzusehen. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ veröffentlicht am 12. und 17. Januar ein Video eines Sporttreffens am Echinger See. Dort trainieren die 14 Neonazis Boxen und gehen Eisbaden. Das Gruppenfoto zeigt den aus Puchheim (Füstenfeldbruck) stammenden Stützpunktleiter Stefan Schäfer, Nikolaus Schuster (Murnau), Vanessa Schuster (ehemals Becker) und die neuen Aktivist*innen der oberbayerischen „Nationalrevolutionären Jugend“ (NRJ). (Quelle: Antifa)

Der AfD-Ortsverband Dachau hält am 22. Januar eine Wahlkampfveranstaltung im Ludwig-Thoma-Haus in der Dachauer Altstadt ab. Geladen sind der Bundestagsabgeordnete Gerold Otten vom Kreisverband München-Land und der Spitzendkandidat des Kreisverband Dachau Jürgen Braun, die zu „Wehrpflicht und Meinungsfreiheit“ sprechen sollen. Der in Baden-Württemberg wohnhafte Braun ist die Notlösung als Bundestagskandidat, da der Kreisverband Dachau keinen eigenen Kandidaten finden konnte. An der vom neuen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Marc Luczak moderierten Diskussion beteiligen sich noch die Münchner Bundestagskandidaten Christoph Rätscher, Christoph Birghan und Wolfgang Wiehle. Im Publikum befinden sich das ehemalige Vorstandsmitglied der AfD Dachau Manfred Becker, das neue Vorstandsmitglied im Kreisverband Christos Karaisaridis, die Geschäftsführerin des Dachauer ambulanten Pflegedienstes JES und AfD-Mitglied Jari Spotka, das Neonazipaar Gabi und Markus Vater und der frühere Pegida-Aktivist und das Vorstandsmitglied der AfD-Fürstenfeldbruck Friedemann Seebass (Alling). Der verschwörungsideologische Online-Sender „Klardenken TV“ überträgt live.

50 Antifaschist*innen ziehen vom Schrannenplatz mit Feuer, Rauch und Sprechchören zum Thoma-Haus und belagern den Eingang. Die von der AfD gerufene und zuvor nicht anwesende Polizei drängt die Antifaschist*innen auf die andere Straßenseite. Eine Person wird von der Polizei zum Versammlungsleiter erklärt und erhält eine Anzeige. Dem sichtlich überraschten AfD-Stadtrat und Kreistagsmitlglied Markus Kellerer (Dachau) kommen nur Beleidigungen über die Lippen. Später am Abend versucht Kellerer eine vorbei gehende Person, die er den Protesten zuordnet, körperlich anzugreifen, unterlässt dies aber als sich die Polizei nähert. Insgesamt beteiligen sich um die 50 Personen an der AfD-Veranstaltung. Bericht (Quelle: Antifa)

Eine geplante Geflüchtetenunterkunft in der Alpenstraße in Gröbenzell wird zum Anlass extrem rechter Aktivitäten. Am 24. Januar hängt der AfD-Bundestagskandidat Jürgen Braun dort Wahlkampfplakate auf, mit dem Verweis die Unterkunft sei „einen Steinwurf“ entfernt von Schulen, Kitas und Spielplätzen. (Quelle: Antifa)

Am 27. Januar meldet die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ in der Gröbenzeller Alpenstraße Flyer gegen die „Asylanten-Villa“ verteilt zu haben. Das veröffentlichte Foto zeigt Stützpunktleiter Stefan Schäfer alleine vor dem Gebäude. (Quelle: Antifa)

Am 29. Januar bringt die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Friedrich Merz einen Antrag für einen härteren Kurs gegen Migration in den Bundestag ein. Der Antrag beinhaltet dauerhafte Grenzkontrollen, Abschiebehaft und unbefristeten Dauerarrest, sowie Unterstützung durch die Bundespolizei. Die CDU/CSU erhält dafür mit den Stimmen der FDP und der extrem rechten AfD eine genau so berechnete Mehrheit. Die CSU-Abgeordnete und Spitzenkandidatin für den Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck Katrin Staffler stimmt ebenfalls dafür und verteidigt im Nachgang ihr Vorgehen.

Eine Woche darauf demonstrieren in Dachau 5000 Menschen gegen den kalkulierten Tabubruch, sich Mehrheiten mit extrem rechten Stimmen zu holen. Die Lagergemeinschaft Dachau kritisiert die gemeinsame Abstimmung von CDU/CSU, FDP und AfD scharf. Der Antrag höhle das Recht auf Asyl aus, stelle die UN-Flüchtlingskonvention infrage und diskriminiere über 220.000 Menschen mit Duldungsstatus. „Es waren die rechtskonservativen Eliten, die Faschismus und der NSDAP zur Macht verholfen haben.“ (Quelle: WDR, SZ Dachau)

Februar

Die konservativen Dachauer Nachrichten veröffentlichen am 05. Februar ein Interview mit dem AfD-Bundestagskandidaten Jürgen Braun. Darin äußert er „Unternehmen und Bürger brauchen keine überzogenen Klima- und Gendervorschriften oder andere irre Verbote“. Man müsse das „Corona-Unrecht an den Deutschen“ aufarbeiten, die „Massenmigration stoppen“ und „konsequent abschieben“. (Quelle: Dachauer Nachrichten)

Aufkleber mit der Aufschrift „FCK Grüne“ werden am 08. Februar in geringer Anzahl an der Hauptstraße in Günding und knapp zehnmal in der Münchner Straße in Dachau verklebt. (Quelle: Antifa)

Fünf Mitglieder der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ aus Oberbayern nehmen am 09. Februar am so genannten „Tag der Ehre“ in Budapest (Ungarn) teil. Darunter der aus Puchheim (Füstenfeldbruck) stammende Stützpunktleiter Stefan Schäfer und Aktivisten der Jugend. Der Neonaziaufmarsch mit vierstelliger Beteiligung aus ganz Europa gedenkt einem Ausbruchsversuch der Waffen-SS, der Wehrmacht und der faschistischen ungarischen Pfeilkreuzler aus dem von der Roten Armee umzingelten Budapest im Februar 1945. Auf dem 60 Kilometer langen Marsch werden verbotene NS-Symbole offen getragen. (Quelle: Antifa)

Am 10. und 12. Februar werden am Bahnhof in Petershausen Aufkleber der neofaschistischen AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ mit der Aufschrift „Remigration“ verklebt. (Quelle: Antifa)

In einem am 12. Februar in der Lokalpresse erscheinenden Artikel bleibt die CSU-Bundestagsabgeordnete Kartin Staffler bei ihrer Rechtfertigung, einem Antrag mit Stimmen der AfD zur Mehrheit verholfen zu haben. Nach dem islamistischen Anschlag in Aschaffenburg habe sie „nicht länger zuschauen“ können. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Dachauer Stadtrat Florian Schiller widerspricht und bezeichnet die Abstimmung als „Zäsur“. Dies „sollte nicht wiederholt werden“. Der Dachauer CSU-Landrat Stefan Löwl ist hingegen der Ansicht man müsse der AfD „die Themen wegnehmen“. (Quelle: SZ Dachau)

Am 13. Februar besucht der Vizepräsident der extrem rechten neuen US-Regierung J.D. Vance die KZ-Gedenkstätte Dachau. Er lässt sich vom Holocaust-Überlebenden Abba Naor durch die Gedenkstätte führen. Am Tag darauf tritt er mit Provokationen gegen die liberalen europäischen Vertreter*innen auf der Münchner Sicherheitskonferenz auf, beklagt mangelnde Meinungsfreiheit in Europa und bezeichnet Masseneinwanderung als größtes Problem Europas. Vance solidarisiert sich mit dem extrem rechten rumänischen Präsidentschaftskandidaten Calin Georgescu und beklagt, dass die AfD nicht bei der Sicherheitskonferenz geladen ist – ohne sie namentlich zu nennen. Es gebe „keinen Platz für Brandmauern“ (gemeint ist gegen die AfD) und wenn die USA zehn Jahre „Schimpftiraden“ der Klimaaktivistin Greta Thunberg überlebt hätten, dann „haltet ihr auch ein paar Monate Elon Musk aus“. Der Multimilliadär Musk ist von US-Präsident Donald Trump zu diesem Zeitpunkt mit einem rigorosen Stellenabbau und Einsparungen in staatlichen Institutionen beauftragt. Musk unterstützt die deutsche AfD offensiv im gerade stattfindenden Wahlkampf zur Bundestagswahl. Bei einer Feier zum Wahlsieg von Donald Trump vor nicht mal einem Monat zeigt Musk den faschistischen Gruß mit ausgestrecktem rechten Arm. Nach seinem Auftritt bei der Sicherheitskonferenz trifft J.D. Vance demonstrativ die AfD-Vorsitzende und Fraktionsvositzende im Bundestag Alice Weidel in einem Münchner Hotel. (Quelle: SZ Dachau, tagesschau.de, zdfheute.de)

Am 15. Februar tritt der Kanzlerkandidat der CDU Friedrich Merz in der Mehrzweckhalle des ASV Dachau auf. 700 Personen nehmen an der schwer bewachten Wahlkampfveranstaltung teil und bejubeln Merz frenetisch. Sportler*innen des ASV Dachau können nicht mit ihren Autos auf den Parkplatz und beschweren sich. Die CSU-Prominenz wird dagegen mit großen Limousinen direkt vor den Eingang der Halle gefahren.

Neben der führenden Rolle Deutschlands in Europa widmet sich Merz auf der Bühne weniger der Migration, sondern der Sozialpolitik. Mit „einer Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance“ könne „der Wohlstand in Deutschland nicht bewahrt werden.“ 1,7 Millionen Menschen, die Bürgergeld beziehen, seien „arbeitsfähig“.

Am Vortag stellen die Jusos Dachau Plakate am ASV auf, auf denen Merz als „Lobbyist der Reichen“ bezeichnet wird, der für „gemeinsame Mehrheiten mit Rechtsextremen“ und „Steuersenkungen für Superreiche“ stehe. Zusätzlich wird auf dem Instagram Kanal der SPD Dachau ein Foto gepostet, das das Schild mit der Aufschrift „Mehrzweckhalle“ in „Merz weg halle“ abgeändert zeigt. Die Jugendrät*innen aus Dachau, Karlsfeld, Odelzhausen, Germering, Puchheim, Eichenau, Gröbenzell, Althegnenberg und Fürstenfeldbruck appellieren in einer gemeinsamen Erklärung vor der Veranstaltung mit Merz an die Kandidat*innen des Wahlkreises, sich nicht der extremen Rechten anzunähern. Eine persönliche Übergabe der Erklärung auf der Veranstaltung wird mit Verweis auf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen von den Veranstaltenden abgelehnt. (Quelle: SZ Dachau, Dachauer Nachrichten, Antifa)

Die AfD hält am 15. Februar einen Infostand gegenüber der Martin-Huber-Treppe in der Dachauer Altstadt ab. Es beteiligen sich drei Personen, darunter der AfD-Stadtrat und Kreistagsmitglied Markus Kellerer (Dachau). Nach etwas über einer Stunde ohne Resonanz wird der Infostand wieder abgebaut. (Quelle: Antifa)

In der Dachauer Altstadt werden am 17. Februar knapp unter 10 Aufkleber der verschwörungsideologischen „Freiheitsboten“ verklebt. Die Sticker zeigen den bayerischen Ministerpräsidenten mit einer FFP2-Maske in Regenbogenfarben und der Aufschrift „Söder muss weg“. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar halten fünf Mitglieder der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ ein Banner vor einer im Bau befindlichen Geflüchtetenunterkunft in der Alten-Römer-Straße in Dachau. Die Neonazis behaupten einen „Jugendtag“ abgehalten zu haben. In der angrenzenden Danziger Straße werden einige Flyer in Briefkästen geworfen. In der Woche zuvor wird eine geringe Menge „Dritter Weg“ Aufkleber am nebenan gelegenen Parkplatz eines Biosupermarkts geklebt. (Quelle: Antifa)

Die AfD-Fürstenfeldbruck hält am 19. Februar eine Kundgebung gegen eine Drag Queen Lesung in Puchheim (Fürstenfeldbruck) ab. Der Puchheimer CSU-Funktionär Markus Hammer tritt dort als Redner auf. Er beklagt die Abgrenzung der CSU von der AfD. Fünf Mitglieder der Neonazipartei „Der Dritte Weg“, darunter der aus aus Puchheim stammende Stützpunktleiter Stefan Schäfer, verteilen offen Flyer auf der AfD-Kundgebung. (Quelle: Antifa)

Aus einer Pressemitteilung des Ortsverband Karlsfeld der Grünen meldet die Lokalpresse am 19. Februar, dass ihre Wahlplakate vermehrt mit dem roten Pfeil der AfD besprüht werden. Auch sei dem Spitzenkandidaten Habeck ein Einschussloch auf die Stirn gemalt worden. (Quelle: SZ Dachau)

Am 23. Februar, dem Tag der Bundestagswahl, werden in der Friedenstraße und Steinstraße über 20 Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ verklebt. U.a. auch an das Schild der Jugendmigrationshilfe. (Quelle: Antifa)

Bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar kann die AfD ihre Stimmen im Landkreis Dachau nahezu verdoppeln, vom bundesweiten Boom und dem rassistisch aufgeladenen Wahlkampf, kann sie jedoch nur punktuell profitieren. Sie bekommt im gesamten Landkreis 15,5% Erststimmen und 16,4% Prozent Zweitstimmen. In der Stadt Dachau landet sie bei 13,7% Erst- und 14,4% Zweitstimmen. An das bundesweite Niveau von 20,8% Zweitstimmen kommt die AfD nur in Hilgertshausen-Tandern (20,0%), Pfaffenhofen a.d. Glonn (20,9%) und ihrer Hochburg Odelzhausen (21,4%).

Die verschwörungsideologische reaktionäre Partei „Die Basis“ und das rechtskonservative „Bündnis Deutschland“ bleiben mit 0,4% und 0,1% Zweitstimmen bedeutungslos. (Quelle: Landratsamt Dachau)

Am 25. Februar werden in der Frühlingstraße, am Amperweg, in der Erich-Ollenhauer-Straße und in der Pollnstraße erneut über 20 Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ verklebt. (Quelle: Antifa)

Eine geringe Menge von Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ wird am 26. Februar am Amperweg kurz vor der Martin-Huber-Straße verklebt. (Quelle: Antifa)

Die Lokalpresse berichtet am 27. Februar, dass der AfD-Kreisverband, beflügelt vom Wahlerfolg, zwei weitere Ortsverbände in Markt Indersdorf und Karlsfeld zu gründen beabsichtigt. Man wolle in allen Gemeinden zur Kommunalwahl 2026 antreten. Der Kreisverband zähle laut dem Kreisvorsitzenden Dietmar Renner (Odelzhausen) „fast 100“ Mitglieder. Dazu passt so gar nicht, dass bis Jahresende kein Vorsitz für den Ortsverband Dachau gefunden werden kann. Am Ende wird nur ein Ortsverband für Indersdorf und die angrenzenden Gemeinden gegründet. (Quelle: Dachauer Nachrichten, Antifa)

März

Am 01. März wird eine geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ in der Friedenstraße geklebt. (Quelle: Antifa)

Die „Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus“ (BIGE) des Verfassungsschutzes hält einen Vortrag zu „Reichsbürgern“ in der Volkshochschule Gröbenzell. Laut einem Bericht in der Lokalpresse am 03. März leben im Landkreis Fürstenfeldbruck 120 Anhänger*innen der extrem rechten Bewegung. Bayern sei mit 5360 „Reichsbürgern“ Spitzenreiter unter den Bundesländern. Anhänger*innen sind teils bewaffnet und gehören rechtsterroristischen Strukturen an. Die Szene behauptet, dass das Deutsche Reich formal weiter bestünde, die Bundesrepublik kein Staat, und Deutschland von den Alliierten besetzt sei. (Quelle: SZ Dachau, Antifa)

Der AfD-Stadtrat Markus Kellerer (Dachau) stellt Anfang März Anfragen an den Dachauer OB und Einrichtungen wie dem KJR wegen einem Infocafe im selbstverwalteten Zentrum Freiraum. Er fragt, ob man hier keine „Radikalisierung linker Klassenkämpfer“ sehe. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ meldet am 06. März Flyer in Karlsfeld verteilt zu haben. Auf dem geposteten Foto stehen vier Neonazis nachts vor dem Ortsschild Karlsfeld in der Hochstraße. Direkt dahinter befindet sich eine Unterkunft für Geflüchtete. Sie hinterlassen eine geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei mit der Aufschrift „Deutsche Jugend voran“ und „Deutschland den Deutschen“. (Quelle: Antifa)

Am 07. März meldet die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ Flyer in Unterschleißheim verteilt zu haben. Ein dazu veröffentlichtes Foto zeigt vier Neonazis vor der Rathaus-Apotheke. (Quelle: Antifa)

Am 10. März wird eine geringe Anzahl von Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ in der Pollnstraße an der Bushaltestelle Liegnitzer Straße verklebt. (Quelle: Antifa)

Am 20. März tauchen am Bahnhof Allach ein gesprühtes Hakenkreuz, fünfmal „1161“ („Anti Antifa“), sowie ein Keltenkreuz (dem Symbol für „White Power“) in schwarzer Farbe auf. (Quelle: Antifa)

In der Friedenstraße und Schleißheimer Straße werden am 21. März 24 Aufkleber mit der Aufschrift „ZKN BXN“ (“Zecken boxen“) und „We hate Antifa“ verklebt. Die Motive stammen vom Telegram-Kanal „Aktivismus gegen links“. Die Aufkleber werden sehr wahl- und planlos verteilt und sind außerdem von schlechter Qualität. (Quelle: Antifa)

Am 24. März wird ein 40×40 cm großes silbernes Hakenkreuz an einen Stromkasten auf Höhe des Aldi in der Fraunhoferstraße in Dachau-Ost gesprüht. (Quelle: Antifa)

Geringe Menge an Stickern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 31. März an der Bushaltestelle in der Liegsalzstraße. (Quelle: Antifa)

April

Einzelner Sticker mit einem älteren Motiv der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 09. April auf dem Park & Ride auf der Hinterseite des Dachauer Bahnhofs. (Quelle: Antifa)

Anfang April werden in der Rothschwaige regelmäßig extrem rechte Sticker um die Bushaltestelle Waldstraße verklebt. Es ist keine Urheberschaft einer Organisation erkennbar. Die Aufkleber tragen Aufschriften wie „Remigration jetzt“. (Quelle: Antifa)

In der Nacht des 04. April greift am Bahnhof Petershausen ein Mann einen Menschen anderer Hautfarbe ohne Vorwarnung von hinten an und verletzt ihn schwer. Die Bundespolizei startet erst Ende September eine Öffentlichkeitsfahndung über die Medien. (Quelle: Antifa)

Geringe Menge von grauen AfD-Aufklebern mit Bundesadler am 11. April am Sparkassenplatz Dachau. (Quelle: Antifa)

Selbst gebastelte Aufkleber in geringer Menge am Karlsfelder See mit der Aufschrift „FCK Antifa“ am 12. April. (Quelle: Antifa)

Geringe Menge an Aufklebern der verschwörungsideologischen reaktionären Gruppierung „München steht auf“ am 14. April am Unteren Markt in Dachau. (Quelle: Antifa)

Am 14. April werden fünf Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ in der Schleißheimer Straße und der Liegnitzer Straße im Umfeld des dort wohnhaften „Dritter Weg“-Mitglieds Andreas H. über antifaschistische Sticker und Malereien geklebt. Die Aufkleber tragen die Aufschrift „Deutschland den Deutschen“, „Nationalrevolutionäre Jugend“ und „Antifa Banden zerschlagen“. (Quelle: Antifa)

Einzelner Sticker der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 17. April am Dachauer Bahnhof. (Quelle: Antifa)

In der Nacht auf den 20. April werden zwischen der Grundschule Augustenfeld, dem Hort und der Realschule Dachau sechs Hakenkreuze, zwei SS-Runen auf den Gehweg, in Häuschen des Spielplatzes und auf den Gummiboden der Calisthenics Anlage in schwarzer Farbe gesprüht. Auch zweimal in Kombination aus Herz („Love“) „AFD“, daneben ein Hakenkreuz und das Wort „Niga“. Nicht nur das N-Wort ist falsch geschrieben, auch die meisten Hakenkreuze sind falsch gesprüht. (Quelle: Antifa)

Ende April werden am Dachauer Bahnhof vermehrt Aufkleber mit der Aufschrift „FCK ZNSM“ (Fuck Zionism“) geklebt. Immer über fünf, manchmal über 10 an der Anzahl an allen Seiten des Bahnhofs, sowie an den Gleisen. Die Aufkleber werden ohne jeglichen Kontext verklebt, die Urheberschaft kann nicht eindeutig festgestellt werden, da die Wortwahl der extremen Rechten, religiösen Kreisen oder Teilen der antiimperialistischen Linken zugeordnet werden kann. (Quelle: Antifa)

Am 27. April werden an der Rückseite des Dachauer Bahnhofs eine geringe Anzahl an Aufklebern mit der Aufschrift „We hate Antifa“ geklebt und zwei Keltenkreuze mit der Bedeutung „White Power“ auf Schilder an der Unterführung Augustenfelder Straße geschmiert. (Quelle: Antifa)

Mai

In der Nacht auf den 01. Mai wird ein Hakenkreuz an die Scheibe eines Friseurladen in der Pucher Straße in Fürstenfeldbruck geschmiert. (Quelle: AIDA Chronologie)

Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 03. Mai in der Reschenbachstraße Karsfeld-Rothschwaige und an der Rückseite des Dachauer Bahnhofs. Einer davon ist ein brandneues Motiv aus dem parteiinternen Versand. (Quelle: Antifa)

Am 03. Mai wird an der Rückseite des Dachauer Bahnhofs eine geringe Menge extrem rechter Aufkleber mit der Aufschrift „Messermänner go home – Allah wird euch richten“ verklebt. (Quelle: Antifa)

Eine Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ wird am 04. Mai am Anfang der Rosswachtstraße und am John-F-Kennedy-Platz verklebt. (Quelle: Antifa)

An der Amperbrücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße werden am 08. Mai sechs „White Power“-Keltenkreuze und „No Antifa“ mit schwarzem Marker geschmiert. Das ist der Auftakt einer ganzen Serie. (Quelle: Antifa)

Am 10. Mai tauchen am Skatepark Dachau die selben Sprühereien in derselben, zum Teil falschen, Schreibweise auf, wie am 20. April am Schulkomplex Augustenfeld. Gesprüht werden wieder zwei Hakenkreuze falsch herum, sowie „SS“, „Fuck N….s“, „Fuck Jew“, „Skaten = SA“ in schwarzer Farbe. (Quelle: Antifa)

Am 11. Mai werden an der Amperbrücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße vier „White Power“-Keltenkreuze, „No Antifa“ und „PSV“ geschmiert. Außerdem werden ein Anarchie-Symbol, Hammer und Sichel und LGBT erst geschmiert, dann durchgestrichen. In der Unterführung in der Augustenfelder Straße wird „Love Natur“ (Schreibweise im Original) mit „White Power“-Symbol geschmiert.

Zum Teil ist das „White Power“-Symbol die 0 von 1860. Die Verbindung zur Szene von Sechzig München soll so suggeriert werden, ebenfalls das später mit geschmierte „Ultra“. Die später festgestellte Gruppe jugendlicher ukrainischer und georgischer Neonazis die mutmaßlich für die Schmierereien verantwortlich ist, ist keiner Gruppe der Fanszene zugehörig und stößt in letzterer auch nicht auf Gegenliebe. (Quelle: Antifa)

Zwischen 11. und 16. Mai wird am Bahnhof Petershausen mehrfach „NUR AFD“ geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am 12. Mai werden wieder etliche „FCK ZNSM“ („Fuck Zionism“) Sticker an der Vorderseite des Dachauer Bahnhofs verklebt. Zu den Stickern siehe auch Eintrag Ende April. (Quelle: Antifa)

Am Sparkassenplatz Dachau werden am 14. Mai neun „White Power“-Keltenkreuze, „No Antifa“, „1860 Ultras“, „PSV“ (das S als Sigrune), „TVVS TSV“ und eine Lebensrune in schwarzer Farbe geschmiert. Es wird auch ein „White Power“-Symbol auf einem großen Aufkleber der Ultragruppe „Panzerknacker 1860“ geschmiert, was nun auch die Aufmerksamkeit der lokalen Fanszene von Sechzig auf die Schmiereien nach sich bringt. (Quelle: Antifa)

Am 18. Mai werden in der Augustenfelder Straße acht, an der Brücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße vier, sowie am Fußweg zur Schleißheimerstraße fünf „White Power“-Symbole geschmiert. Immer in Kombination mit „1860“ oder „Ultras“,außerdem „1860 88“, „Hate Antifa“. Am Sparkassenplatz wird neben der korrigierten Stelle der Schmierereien vom 14. Mai ein Hakenkreuz geschmiert. (Quelle: Antifa)

In der Unterführung der Langwiederstraße unter der B471 zwischen Dachau-Süd und Waldschwaigsee werden am 19. Mai zwei 30×30 cm große Hakenkreuze in grüner bzw. blauer Farbe gesprüht. (Quelle: Antifa)

Am 21. Mai werden in der Pollnstraße „1860 Ultras“ und ein „White Power“-Symbol in die Bushaltestelle Liegnitzer Straße, sowie in der Steinstraße an die dortige Bushaltestelle zwei „White Power“-Symbole und „RSM“ geschmiert. (Quelle: Antifa)

An der Bahnunterführung am Amperweg werden am 24. Mai vier „White Power“-Symbole über eine antifaschistische Korrektur geschmiert. (Quelle: Antifa)

Vereinzelter Aufkleber am 24. Mai an der Bushaltestelle des Schulkomplexes Augustenfeld mit Deutschlandfahne und der Aufschrift „Links Grün Nein Danke“. (Quelle: Antifa)

Am Eingang des Biergartens „Alte Liebe“ werden am 24. Mai zwei Personen von zwei alkoholisierten Personen Anfang 30 mit „Antifaschwuchtel und deine Freundin ist auch eine Schwuchtel“ verbal bedroht. Später kommen die beiden an den Tisch der zuvor Bedrohten und äußern „Antifaschwuchtel zieh den Pulli aus“. Die Angreifer sind Teil einer größeren gleichzeitig im Biergarten stattfindenden Kommunionsfeier. (Quelle: Antifa)

Am 25. Mai werden vor der Sternapotheke in der Münchner Straße sowie an der Brücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße jeweils zwei „White Power“-Symbole geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am Amperdamm Höhe Günding / Neuhimmelreich werden am 25. Mai Aufkleber der rechten Fangruppe „Freitag“ von Sechzig München über antifaschistische Motive, sowie Sticker mit Vereinslogo vor einer Deutschlandfahne und der Aufschrift „Alles für Verein und Vaterland“ geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 26. Mai wird ein 20×20 cm großes „White Power“-Symbol an die Bushaltestelle am John-F-Kennedy-Platz geschmiert. (Quelle: Antifa)

In der Lindenstraße in Karlsfeld-Rothschwaige wird am 26. Mai ein einzelner Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“, am 27. Mai ein einzelner Aufkleber in der Reschenbachstraße Karlsfeld-Rothschwaige geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 27. Mai werden am Dachauer Bahnhof drei „White Power“-Symbole, „No Antifa“, „PSV“ geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am 29. Mai wird erneut ein 50×50 cm großes blaues Hakenkreuz in der Unterführung unter der B471 Langwiederstraße zwischen Dachau-Süd und Waldschwaigsee gesprüht. (Quelle: Antifa)

An der Apotheke gegenüber des Dachauer Bahnhofs werden am 29. Mai etliche linke Motive entfernt und teils mit der Fahne des „Stolzmonats“ überklebt.

Der Mai wird von der neofaschistischen „Neuen Rechten“ als Gegenstück zum Pride Month der LGBTQI+ Community propagiert. Die siebenfach farblich abgestufte schwarz rot goldene Fahne soll als eigenes Symbol dienen. Aufgrund des Rückzugs der „Jungen Alternative“ aus dem aktiven Geschehen und der Nichtteilnahme anderer extrem rechter Strömungen, sind es am Ende nur einige Gruppen der „Identitären“, die wenige Fahnen droppen und den „Stolzmonat“ in diesem Jahr zum Flop werden lassen. (Quelle: Antifa)

Am 29. Mai werden am Sparkassenplatz Dachau knapp 10, an der Brücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße drei „White Power“-Symbole in schwarzer und grüner Farbe geschmiert. Am Sparkassenplatz wieder über den gleichen großflächigen Aufkleber der Ultragruppe „Panzerknacker 1860“ wie am 14. Mai. (Quelle: Antifa)

Am 30. Mai werden in der Ostenstraße Höhe Papierfabrik und an der Brücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße drei „White Power“-Symbole und einmal ein durchgestrichenes LGBT in schwarzer Farbe geschmiert. Am Abend des selben Tages werden die Korrekturen erneut mit fünf „White Power“-Symbolen und „1860 Ultras“ beschmiert. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls am 30. Mai werden 18 Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ in der Friedenstraße, Frühlingstraße und am Dachauer Bahnhof verklebt. (Quelle: Antifa)

Am folgenden 31. Mai werden noch einmal zwei Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am Caritas Kindergarten in der Friedenstraße geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 31. Mai wird an der Bushaltestelle John-F-Kennedy-Platz ein 20×20 cm großes „White Power“-Symbol in schwarzer Farbe geschmiert. (Quelle: Antifa)

Juni

Vereinzelter Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 02. Juni an der Bushaltestelle in der Frühlingstraße am Dachauer Bahnhof. (Quelle: Antifa)

Zwei junge Neonazis halten sich am Nachmittag des 09. Juni am Dachauer Bahnhof auf. Die Gruppe ukrainischer und georgischer Neonazis, der die beiden angehören, ist mutmaßlich für die etlichen Schmiererien von „White Power“-Symbolen im Norden von München verantwortlich. Die Schmierereien tauchten zuerst und im Verlauf immer wieder in Moosach auf. Auch in Allach werden zum Teil dieselben Schriftzüge geschmiert. Die Gruppe hält sich Informationen zufolge abwechselnd in Gegenden um Bahnhöfe im genannten Gebiet auf, was zu der Verbreitung der Schmierereien in Dachau überwiegend passt. Der Spot an der Brücke zwischen Feuerwehr und Lilienstraße ist allerdings Auswärtigen eher nicht geläufig. (Quelle: Antifa)

In der Nacht auf den 11. Juni werden in Petershausen flächendeckend, fast in alle Haushalte, Exemplare der verschwörungsidelogischen Zeitung „Klartext“ in Briefkästen geworfen. (Quelle: Antifa)

Bei „Klartext“ handelt es sich um ein aus der Szene der Pandemieleugner*innen hervorgegangenes Printmedium mit unklarer Auflage. Die Redaktionen sind laut eigener Angabe in verschiedene Bundesländer unterteilt. In Oberbayern erschienen bis 2025 vier Ausgaben. Die bundesweite Redaktion waren bis Ende 2024 zwei AfD-Funktionäre aus Baden-Württemberg und Niedersachsen. Die Zeitung ist teils lokal bei wöchentlichen „Friedensmärschen“ und Veranstaltungen des verschwörungsiodelogischen Spektrums präsent. Die Urheber*innen kommen aus deren Gruppierungen, wie die ehemaligen Gruppen von „Querdenken“ oder der Partei „Die Basis“, vereinzelt auch aus dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW). Neben Themen wie Pandemie und Impfungen werden klassische extrem rechte Inhalte propagiert, wie Hetze gegen LGBTQI+ Menschen, Feminismus oder es wird zur Wahl der AfD aufgerufen. (Quelle: Rhein Main rechtsaußen)

Am 13. Juni werden am Parkplatz von Rewe und Penny in Karlsfeld linke Motive mit 50×50 cm großen blauen Vierecken und der weißen Beschriftung „AFD“ übersprüht. (Quelle: Antifa)

Am 14. Juni hält die AfD einen unangekündigten Infostand am Rathausplatz in der Dachauer Altstadt ab. In der Nacht davor werden antifaschistische Schriftzüge flächendeckend auf den Boden des Rathausplatzes gesprüht. An dem menschenleeren Stand beteiligen sich neun Personen, darunter AfD-Stadtrat und Kreistagsmitglied Markus Kellerer (Dachau), der extra eingeladene AfD-Politiker Raphael Lehrer (Traunstein), sowie der AfD-Landtagsabgeordnete und Stadtrat in Bad Aibling Andreas Winhart. Lehrer transportiert den Infostand mit einem Anhänger einer Traunsteiner Leihfirma. 15 Antifaschist*innen protestieren gegen die extrem rechte Veranstaltung. Die Polizei nimmt von allen Beteiligten die Personalien auf. Raphael Lehrer zeigt einen Antifaschisten an, da er sich von einer FCK AFD Fahne beleidigt fühlt. Im Bericht der konservativen Dachauer Nachrichten wird ausschließlich die Darstellung der AfD zitiert und deren Abwertung des spontanen Gegenprotests unwidersprochen stehen gelassen. Das Strafverfahren gegen den Antifaschisten wird später eingestellt. (Quelle: Antifa)

Vereinzelter Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 17. Juni auf einem Schild einer Baustelle in der Boschstraße im Karlsfelder Industriegebiet. (Quelle: Antifa)

Am 19. Juni werden in der Jahnstraße, in der Ostenstraße, Schleißheimerstraße und am Karlsberg jeweils ein, in der Erich-Ollenhauer-Straße und der Frühlingstraße zwei „White Power“-Symbole in schwarzer Farbe geschmiert. (Quelle: Antifa)

Vereinzelter Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 21. Juni am Dachauer Bahnhof. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls am 21. Juni werden im Innenbereich des Dachauer Bahnhofs 13 Aufkleber mit der Aufschrift „FCK ZNSM“ („Fuck Zionism“) geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 27. Juni wird eine geringe Menge an Aufklebern des neofaschistischen Netzwerks „Ein Prozent“ in der Friedenstraße verklebt. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ postet am 27. Juni Flyer in Oberschleißheim verteilt zu haben. Ein Bild zeigt Stützpunktleiter Stefan Schäfer mit drei weiteren Neonazis am Ortsschild aus Richtung Dachau kommend. (Quelle: Antifa)

Juli

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ postet am 05. Juli Flyer in Feldmoching verteilt zu haben. (Quelle: Antifa)

Am 11. Juli werden am Busbahnhof am Dachauer Bahnhof zwei Aufkleber mit der Aufschrift „Nix Yallah Yallah, hier wird deutsch gesprochen“ geklebt. Die Aufkleber stammen aus dem Versand „Druck88“ des thüringischen Neonazis Tommy Frenck. (Quelle: Antifa)

Beim ersten CSD in Karlsfeld am 12. Juli laufen am Ende des Zuges eine Hand voll junger Männer mit Kreuzen schweigend hinterher. Darauf angesprochen äußern sie, Gott habe nur zwei Geschlechter erschaffen. Die Veranstalter*innen lassen sich nicht irritieren, die Polizei unterbindet die Provokation nicht. (Quelle: Antifa)

Am 13. Juli werden in der Ostenstraße in Karsfeld und Siedlerfest Karlsfeld am Eingang vom See her kommend Aufkleber des neonazistischen Online-Versands „Druck88“ verklebt. Dabei sind wieder das rassistische Motiv vom 11. Juli am Dachauer Bahnhof, sowie „linke Lumpen“, welche nicht arbeiten würden und das in der Neonazi-Szene genutzte Symbol der Schwarzen Sonne. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ postet am 15. Juli Mitglieder ihrer „Nationalrevolutionären Jugend“ hätten Flyer in Eching verteilt. Ein beigefügtes Foto zeigt eine einzelne Person, die Flyer in Briefschlitze steckt.

Ein am 27. Juli veröffentlichter Beitrag auf der Website des „Dritten Weg“ beklagt die Stärke der „Linksextremisten“ im Raum München. Daher habe man im Münchner Norden eine „Flugblattoffensive“ durchgeführt, dabei hätten die Neonazis „über diverse Positionen der Partei“ informiert. Beigefügt sind die bereits veröffentlichten Fotos vom Flyer verteilen in Oberschleißheim am 27. Juni, in Feldmoching am 05. Juli und in Eching am 15. Juli. Man sei „angetreten, um die Antifa Banden zu zerschlagen“. (Quelle: Antifa)

Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 28. Juli in der Friedenstraße mit der Aufschrift „Antifa Banden zerschlagen“. (Quelle: Antifa)

Am 30. Juli findet am Taschner-Gymnasium ein Schulfest statt. Im Verlauf des Festes umkreist eine Gruppe von Schüler*innen mit bekannt extrem rechter Gesinnung eine Gruppe linker Schüler*innen und bedroht einen von ihnen wegen seiner lackierten Fingernägel und äußert queerfeindliche Sprüche. Es bildet sich ein Traube aus an die 30 Schüler*innen um den kurz vor einer Auseinandersetzung befindlichen Pulk. Zwei Lehrkräfte greifen eher halbherzig ein, haben aber keinen Effekt auf das Geschehen. Die extrem rechten Jugendlichen suchen sich ab diesem Zeitpunkt in den kommenden Wochen die linken Schüler*innen als Zielscheibe ihrer Drohungen aus. Die extrem Rechten treten relativ offen mit ihrer Gesinnung innerhalb der Schule auf. Ihr hauptsächlicher agitatorischer Schwerpunkt ist Queerfeindlichkeit, da das deutsche Volk dadurch aussterbe. Auch Vergasungen von LGBTQI+ Menschen seien ein legitimes Mittel. (Quelle: Antifa)

August

Am 03. August werden am Dachauer Bahnhof fünf Aufkleber mit der Aufschrift „FCK ZNSM“ („Fuck Zionism“) verklebt. (Quelle: Antifa)

Am 04. August wird eine geringe Anzahl von Aufklebern mit der Aufschrift „From the river to the sea zionism keeps it free“ verklebt. Das Motiv enthält ein Bild von Kriegsgerät mit der Flagge des Staates Israel darauf. Damit werden die gerade stattfindenden Bombardierungen, das Töten von Zivilist*innen und das Aushungern der Bevölkerung im Gaza Streifen gefeiert. (Quelle: Antifa)

Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 04. August in der Friedenstraße. (Quelle: Antifa)

Zwei „White Power“-Symbole am 07. August am Karlsberg mit der zusätzlichen Beschriftung „1860 Ultra“. Erneut versuchen sich Neonazis außerhalb der Ultra-Szene von Sechzig sich des Labels zu bedienen. (Quelle: Antifa)

An der Rückseite des Dachauer Bahnhofs werden am 08. August antifaschistische Beschriftungen von FC Bayern Fans mit „1161 HS“ („Anti Antifa“) und „FCB“ in roter Farbe übermalt. (Quelle: Antifa)

Am 09. August wird ein „White Power“-Keltenkreuz am Effner-Gymnasium geschmiert. (Quelle: Antifa)

Einzelner Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 09. August auf dem Weg des Erinnerns der KZ-Gedenkstätte in der Friedenstraße. (Quelle: Antifa)

Entlang der Würm werden am 09. August eine geringe Anzahl an Aufklebern der reaktionären verschwörungsideologischen Vereinigung „München steht auf“ in Richtung Parkplatz der KZ-Gedenkstätte geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 12. August werden am Karlsfelder Bahnhof knapp über fünf veraltete Aufkleber der neofaschistischen „Identitären Bewegung“, der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ und ein queerfeindliches Motiv aus dem „Patriotenshop“ geklebt. Letzteres zeigt zwei Erwachsene, die einen Schirm über sich und zwei Kinder halten, um tropfende Regenbogenfarben abzuhalten. (Quelle: Antifa)

Am 13. August wird in der Dachauer Altstadt ein „White Power“ Keltenkreuz zwischen Parkhaus und Friedhof an der Gottesackerstraße geschmiert. (Quelle: Antifa)

Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 14. August am John-F-Kennedy-Platz. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls am 14. August werden an der Würm auf der Höhe des Kauflands erneut eine geringe Anzahl an Aufklebern der reaktionären verschwörungsideologischen Vereinigung „München steht auf“, sowie knapp 10 Aufkleber in Deutschlandfarben über antifaschistische Motive verklebt. (Quelle: Antifa)

Am 16. August werden in der Augsburger Straße in der Altstadt eine geringe Menge an queerfeindlichen Aufklebern der extrem rechten verschwörungsideologischen „Freiheitsboten“ und ein Motiv des neonazistischen Versands „Druck88“ aus Thüringen mit der Aufschrift „Talahons abschieben“ verklebt. (Quelle: Antifa)

Am Karlsfelder See werden am 16. August über 10 Aufkleber mit dem Parteilogo der AfD, der reaktionären verschwörungsideologischen Vereinigung „München steht auf“ und „FCK AFA“ („Fuck Antifa“) verklebt. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ meldet am 20. August ein Selbstverteidigungstraining in Dachau abgehalten zu haben. Zu Gast seien Aktive der neofaschistischen Organisation „Casa Pound“ aus Italien gewesen. Das gepostete Bild zeigt den aus Puchheim (Landkreis Fürstenfeldbruck) stammenden Stützpunktleiter Stefan Schäfer und zwei weitere Aktivisten der oberbayerischen „Nationalrevolutionären Jugend“ (NRJ), sowie fünf nicht bekannte Männer mit Fahne der italienischen Faschist*innen. Als Örtlichkeit stellt sich ein Weg nach dem Endpunkt der Hans-Böckler-Straße außerhalb des Dachauer Industriegebietes heraus. In unmittelbarer Nähe zu weggeworfenem Müll und getrockneten Kothaufen wollen die Neonazis geübt haben wie man in „Bedrohungsszenarien angemessen reagiert“. Entsprechend der Sonneneinstrahlung findet das Treffen am Vormittag statt. (Quelle: Antifa)

Einzelner Aufkleber mit dem Handzeichen für „White Power“ aus Zeigefinger und Daumen vor einer Deutschlandfahne in der Münchener Straße am 23. August. (Quelle: Antifa)

Einzelner Aufkleber am 27. August am Sparkassenplatz Dachau mit der Aufschrift „FCK Antifa“. (Quelle: Antifa)

Einzelner Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 28. August am Bahnhof in Petershausen. (Quelle: Antifa)

In der Bayernwerkstraße Richtung Karlsfeld wird am 29. August ein 20×20 cm großes Hakenkreuz in schwarzer Farbe gesprüht. (Quelle: Antifa)

September

An die Brücke in der Bajuwarenstraße in Karlsfeld wird am 02. September „Adolf, N****“ gesprüht. (Quelle: Antifa)

Am 04. September werden erneut in der Bajuwarenstraße knapp über fünf Aufkleber mit der Aufschrift „FCK Antifa“ verklebt. Die Sticker werben außerdem für den Instagram Kanal „Jonathan Deutsch“ eines Jonathan Großmann aus Bayreuth. Hinter dem Alias Jonathan Großmann steckt Julian Henschen (Kissing), der Mitglied der AfD ist. Im Online-Shop Henschens „Patriotischer Bewegung“ können diverse Designs in Deutschlandfarben, rassistische Motive und Werbung für die AfD gekauft werden, u.a. die abgewandelte NS-Parole „Alice für Deutschland“ in Bezug auf die AfD Fraktions- und Parteivorsitzende Alice Weidel. (Quelle: Antifa)

Am 07. September wird am Amperdamm Richtung Bergkirchen „4 Millionen tote N***** und das Problem wäre gelöst“ geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am frühen Nachmittag des 12. September werden vom Dachauer Bahnhof bis zum Taschner-Gymnasium knapp unter 10 Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ verklebt. Zur gleichen Zeit halten acht Mitglieder des „Dritten Weg“ einen Infostand in Weilheim ab und unmittelbar danach einen weiteren Infostand am Starnberger See. An den Infoständen beteiligen sich die Kader Stefan Schäfer, Vanessa Schuster (ehemals Becker) und Niklolaus Schuster (Murnau), sowie die stets anwesenden Aktivisten der Jugend. Die Aufkleber in Dachau werden während der noch stattfindenden Infostände geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 23. September veröffentlicht die Bundespolizei einen Aufruf nach einem Mann zu fanden, der am 04. April am Petershausener Bahnhof einen Menschen aus rassistischen Motiven angegriffen und schwer verletzt hat. (Quelle: Radio Gong)

Oktober

Am 04. Oktober werden im Umfeld KZ-Gedenkstätte knapp 10 Aufkleber unterschiedlicher Herkunft geklebt. Darunter die bereits öfter aufgetauchten Motive der reaktionären verschwörungsideologischen Vereinigung „München steht auf“ entlang der Würm in Richtung des Parkplatzes und in der Pater-Roth-Straße, sowie einer Datingplattform für Verschwörungsgläubige mit dem Namen „Schwurbeltreff“, betrieben von Michael Bündel aus Fellbach (Baden-Württemberg). Außerdem Aufkleber der Fanszene von Dynamo Dresden mit Deutschlandfahne und Motive der „Ultras Garmisch“ des Eishockeyvereins SC Riessersee gezielt über antifaschistische und autonome Motive, aber auch Motive mit Jesus-Bezug an Mülleimern am Eingang der KZ-Gedenstätte. (Quelle: Antifa)

Am 05. Oktober werden in der Kufsteiner Straße und am Skatepark rassistische Parolen mit schwarzem Stift geschmiert. Darunter zweimal „Fuck Islam“, „Scheiss linkes Pack“, „Jesus lebt“, mehrmals „Fuck“ oder „Dreck Fuck“ mit Pfeil auf Anarchie-Symbole, „Islam terminated Germany, stop this“, „Muhammad Fuck“ (Schreibweisen im Original). (Quelle: Antifa)

Geringe Anzahl an Aufklebern der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ am 05. Oktober in der Theodor-Heuss-Straße und in der Landsberger Straße auf Höhe des Taschner-Gymnasiums. (Quelle: Antifa)

Am 07. Oktober, dem Jahrestag des antisemitischen Pogroms der Hamas in Israel, steht ein junger Mann kurzzeitig vor dem Kiosk am Dachauer Bahnhof. Er ist eingehüllt in eine Palästinafahne. Auf einer daneben stehenden Tafel steht „Kritik an Israel ist nicht antisemitisch“. Eine solche Aktion an diesem Tag muss als Relativierung des Pogroms und als antisemitisch gewertet werden. (Quelle: Antifa)

Geringe Anzahl an Aufklebern am 10. Oktober am Wettersteinring mit der Aufschrift „Unser Land zuerst“ vor Deutschlandfarben. (Quelle: Antifa)

Neun Mitglieder der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ halten am 11. Oktober einen Infostand in Landsberg a. Lech und danach in Fürstenfeldbruck ab. Der aus Puchheim (Landkreis Fürstenfeldbruck) stammende Stützpunktleiter Stefan Schäfer liest beide Male einen Redebeitrag ab. (Quelle: Antifa)

Am 16. Oktober wird auf den Gehweg um den Karlsfelder See großflächig „EU beschützt den Regenwald und nicht uns vom Veggie Burger, ihr armseligen Looser“ in oranger Farbe gesprüht. (Quelle: Antifa)

Am 18. Oktober werden in der Friedenstraße sieben Aufkleber der Neonazipartei „Der Dritte Weg“ geklebt. (Quelle: Antifa)

Kurzfristig wird bekannt gegeben, dass das „AfD Bürgermobil“ des Bundestagsabgeordneten Ingo Hahn aus dem Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost am Vormittag des 18. Oktober in Altomünster Halt macht. (Quelle: AfD Kreisverband Dachau)

Am 21. Oktober halten sich zwei junge Neonazis am Dachauer Bahnhof auf. Einer trägt eine Reichskriegsfahne als Aufnäher auf dem Rucksack. (Quelle: Antifa)

Von der letzten Oktoberwoche an werden in der Frühlingstraße alle paar Tage antifaschistische und autonome Aufkleber neben Aufklebern von Sechzig mit Motiven der Fanszene des FC Bayern überklebt. Dies hält in größeren Abständen an bis Jahresende und weitet sich auf die Schleißheimer Straße bis zum Taschner-Gymnasium aus. (Quelle: Antifa)

Am 30. Oktober wird in der Friedenstraße ein „White Power“-Keltenkreuz und „1860“ mit schwarzem Marker geschmiert. (Quelle: Antifa)

In Karlsfeld werden am 30. Oktober am leerstehenden McDonalds neben der Allguth Tankstelle ein Hakenkreuz und „Remigration jetzt“ gesprüht, in der Krenmoosstraße drei und in der St.-Anna-Straße zwei Aufkleber mit der Aufschrift „FCK AFA“ („Fuck Antifa“) geklebt. (Quelle: Antifa)

November

Am 01. November werden in der Bajuwarenstraße und Krenmoosstraße in Karlsfeld knapp 20 Aufkleber des „Patriotenshop“ verklebt. Die Motive tragen die Aufschrift „FCK Antifa“, „“Fuck Gendern“, „Abschieben schafft Sicherheit“, „Asylbetrüger nicht willkommen“, „Für unsere Heimatland.Jetzt erst recht.Die einzige Alternative für 2029“. Der Online-Versand verkauft neben rassistischen Motiven Parteiwerbung für die AfD. Der Versand wird von zwei Unternehmern aus Thüringen betrieben, die auch Geschäftsführer einer IT-Dienstleistungsfirma sind. In der Bajuwarenstraße werden zusätzlich Motive der neonazistischen Online-Versände „Druck88“ und „Volksaufklärung“ verklebt, sowie Motive des „Heritage“-Versands mit der Aufschrift „Ich bin als Deutscher geboren und schulde der Welt einen Scheiß“ vor schwarz-weiß-roten Reichsfahnen. Alle drei Versände sind im Besitz des thüringischen Neonazis und Geschäftsmannes Tommy Frenck. (Quelle: Antifa)

Am 02. November wird in der Unterführung der B471 zwischen Dachau und der Rothschwaige zweimal „Fuck Koran“, „Kill Islam“, „Shit of Koran“, „Tot Islam“ und „Fuck Islam“ mit schwarzem Marker geschmiert und in blauer Farbe gesprüht. (Quelle: Antifa)

In der Frühlingstraße, am Dachauer Bahnhof und in der Münchner Straße werden im November hauptsächlich antifaschistische und autonome Aufkleber sowie einzelne Sechzig Sticker mit Aufklebern der Fanszene des FC Bayern überklebt. (Quelle: Antifa)

Mitte November findet Dachau eine Jungbürgerversammlung statt, bei der ein Schüler des Taschner-Gymnasiums über stetige Bedrohungen durch eine Gruppe älterer extrem rechter Schüler berichtet. Auch das Zeigen des Hitlergrußes und des „White Power“-Zeichens aus Daumen und Zeigefinger sei keine Seltenheit. Nachdem die Lokalpresse darüber am 17. November berichtet und u.a. den vollen Namen des Schülers nennt, wird dieser kurz darauf von mehreren extrem Rechten in der Toilette des Schulgebäudes körperlich angegriffen und bedroht. Nach einem Schulfest am 30. Juli eskaliert die Lage zwischen einer Gruppe linker Schüler*innen und der älteren extrem rechten Gruppe. Bedrohungen passieren regelmäßig, auch vor und nach der Schule. Aus diesem Grund entschließen sich die linken Schüler*innen dies öffentlich zu machen, auch weil die Lehrkräfte keine Unterstützung anbieten.

Der Kreisjugendring meldet sich aufgrund der öffentlichen Berichterstattung bei der Schulleitung. Schulleiter, Elternbeirat und Schüler*innensprecher*innen veröffentlichen Stellungnahmen, welche die Vorfälle verharmlosen, den politischen Hintergrund der Angriffe relativieren und die Gewaltandrohungen komplett unter den Tisch fallen lassen. Der Schulleiter widerspreche „klar der Darstellung in dem Zeitungsartikel“. Man sei schließlich in Partnerschaft mit einer Schule in Oświęcim / Ausschwitz. Der Elternbeirat schreibt „Probleme mit Rechtsextremismus sehen wir darin aber nicht und widersprechen daher deutlich einer solchen Darstellung der Schule unserer Kinder in der Zeitung.“ Das Taschner-Gymnasium ist Teil der Kampagne „Schule ohne Rassismus“. (Quelle: Iganz Tschner Gymnasium, Antifa)

Am 29. November wird in der Pasteurstraße in Allach Richtung Eversbuschstraße ein über einen Meter großes „White Power“-Keltenkreuz sowie „White Pride“ in schwarzer Farbe in die Unterführung gesprüht. (Quelle: Antifa)

Dezember

Ein 37-jähriger Mann bedroht am 01. Dezember an der Hauptstraße in Erdweg Passant*innen mit einem Messer, wirft mit Flaschen und zeigt eintreffenden Rettungskräften den Hitlergruß, bevor er mit dem Messer auf sie zugeht. Er geht schließlich in den nahe gelegenen Getränkemarkt und bedroht auch dort Beschäftigte und Kund*innen mit dem Messer. (Quelle: SZ Dachau)

Am 02. Dezember werden in der unteren Augsburger Straße der Dachauer Altstadt sieben Aufkleber über antifaschistische Motive geklebt. Die Aufkleber mit der Aufschrift „White Lives Matter“ stammen vom neonazistischen „Wikinger-Versand“ aus Geiselhöring (Niederbayern), sowie vom Versand „nette Aufkleber“, betrieben von der „Tannwald Media UG“. Das Leipziger Unternehmen läuft auf den Namen des langjährigen Aktivisten der neofaschistischen „Identitären Bewegung“ Alexander „Malenki“ Kleine. Die restlichen Motive zeigen die Deutschlandfahne. (Quelle: Antifa)

Am 04. Dezember werden vom Bahnhof bis zur Post in der Bahnhofstraße Aufkleber aus dem verschwörungsideologischen Spektrum geklebt, sowie großflächige Aufkleber der rechten online-Plattform „Nius“. „Nius“ wird betrieben vom ehemaligen Chefredakteur der „Bild“ Zeitung Julian Reichelt. Die Plattform versucht mit knappen einfachen Meldungen eine Brücke zwischen AfD und CDU/CSU zu bauen. (Quelle: Antifa)

In der Augustenfelderstraße werden am 09. Dezember knapp fünf Aufkleber mit der Aufschrift „FCK GRN“ („Fuck Grün“) geklebt. Motive mit diesem Design sind in diversen extrem rechten Versänden erhältlich, von eher AfD nahen, wie neonazistischen gleichermaßen. (Quelle: Antifa)

Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ meldet am 14. Dezember, dass sie in Dachau und Garching Müll gesammelt hätten. Am 17. Dezember melden sie, einen „Jugendtag“ durchgeführt zu haben. Die veröffentlichten Bilder zeigen zwei Neonazis im Dunklen am Bahnhof Garching sowie zwei Mülltüten am hintersten Eck am Dachauer Bahnhof. In der Nibelungenstraße parallel zur Friedenstraße werden wenige Flyer in Briefkästen geworfen.

Die Bilder des „Jugendtags“ zeigen ein Bild einer Cartrennbahn, sowie drei bzw. zwei Neonazis mit Flyern und an einer Calesthenics-Anlage im Dunkeln. Das Bild der Cartrennbahn stammt aus Großbritannien und wurde offenbar gegoogelt. Bei der Calethenics-Anlage handelt es sich um die gegenüber des Effner-Gymnasiums. Das Foto mit den Flyern ist in der Steinstraße aufgenommen, die von der Friedenstraße abgeht. Da die Neonazis auf allen Bildern die selben Klamotten tragen, kann davon ausgegangen werden, dass alle Aktivitäten am gleichen Tag stattfinden. Der Besuch an der Calesthenics-Anlage nach dem Cartfahren muss zu späterer Stunde erfolgt sein, da sich tagsüber dort viele migrantische Sportler*innen aufhalten. Anschließend gehen sie den Weg von knapp 10 Minuten über die Nibelungestraße zur Steinstraße. Was erklärt, dass keine Flyer im Rest der Nibelungenstraße auftauchen. Auf dem Weg zum Bahnhof werden dann noch Mülltüten gefüllt. (Quelle: Antifa)