Die Dachauer Polizei im Kampf gegen das Böse – Hubschrauber-Einsätze gegen Sprayer
Am Nachmittag des Sonntag, den 20. Februar wurde das ruhige Dachau durch das Geknatter eines Polizei-Hubschraubers in nur ein paar Metern Höhe erfüllt. Man war nicht etwa auf der Spur eines Bankraubs oder dergleichen. Nein, ein Lokführer beobachtete zwischen Dachau und Karlsfeld zwei Leute beim Sprühen. Als pflichtbewusster Bürger verständigte er selbstverständlich die Polizei, welche sich mit konventionellen Methoden bei der Verfolgung der Flüchtigen überfordert sahen. Einen der beiden konnten sie mittels Streifenwagen sofort zu fassen bekommen. Der zweite floh zur Fuß. Also forderten sie einen Hubschrauber der Bundespolizei an. So konnten sie ihm auch habhaft werden. Respekt! Mit soviel Einsatz kann ja nichts mehr schief gehen.
Und weil es so gut geklappt hat machte dieses Beispiel Schule, als keine zwei Woche später in Dachau-Ost am Abend des 2. März, so berichteten die „Dachauer Nachrichten“ am folgenden Tag, die Dachauer Polizei einen „Aufklärungsflug“ über dem Stadtteil durchgeführte, da dort in letzter Zeit vermehrt Sprühereien auftauchen würden. Bei derartig apokalyptischem Vandalismus sehen sich die Augen des Gesetzes genötigt zum Schutze der Bürger_innen vor optischer Belästigung Maßnahmen zu ergreifen, die uns eher aus Actionfilmen bekannt sind.
Wie weit der Verfall in Dachau in Richtung französischer Banlieues fortgeschritten ist, zeigt auch ein Artikel in der Dachauer SZ ein paar Tage nach dem ersten Hubschrauber-Einsatz. Die Polizei wurde benachrichtigt als in einer Grünanlage in der Lovis-Corinth-Straße ein Mülleimer angezündet wurde. Die eintreffenden Beamten fanden diesen allerdings nur noch rauchend vor. Ohne zu zögern klingelten sie am nächstbesten Haus und baten um einen Eimer Wasser, mit welchem sie furchtlos die Glut löschten und so noch einmal weiteres Unheil verhinderten. Sogar der Mülleimer blieb intakt.
Das ist der Stoff aus dem Held_innen gemacht werden.
Aber Spaß beiseite. Vielleicht liegt dem Aufwand mitunter auch die Tatsache zugrunde, dass in Dachau in den letzten Jahren die Sprühereien zunehmen und die früher so stolz präsentierte hohe „Aufklärungsquote“ dieser „Delikte“ schon lange passe ist. Da reicht ein einfaches TatüTata nicht mehr aus. Um das Chaotentum konsequent zu bekämpfen werde zukünftig „versucht, alle Einsatzmittel auszuschöpfen“. Da wird auch gleich das geschundene Polizei-Image wieder ein wenig aufpoliert, das ist ja zum Wohle aller und nur ganz böse Geister machen sich da drüber lustig….