[autonomia dachau]

Dresden: Beschäftigte einer linken Szenekneipe im Streik

Seit dem 01.02.2014 befinden sich die Beschäftigten der Dresdner Szenekneipe “Trotzdem” im Streik. Hauptziel des Streiks ist die Rücknahme der Kündigungen von drei in der Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie organisierten Kellner_innen und der Abschluß eines Haustarifvertrages. Sollte sich die in der Dresdener Neustadt als “Anarchistin” bekannte Kneipenchefin nicht dazu in der Lage sehen, bietet die BNG als Alternative die Umwandlung des Betriebes in einen Kollektivbetrieb an.

Mittlerweile begründet die Chefin die Entlassung der drei mit Diebstählen aus dem Lager der Kneipe, die über Monate andauern sollten und angeblich zur ökonomischen Gefahr geworden sind. Die Chefin im Wortlaut: “Da wir leider den oder die Täter nicht feststellen konnten, haben wir uns gezwungen gesehen, die gesammt Crew zu entlassen.”

Am 01.02. begann planmässig der Streik. Neben den drei gekündigten Kellner_innen unterstützten über 80 Stammgäste und Gewerkschaftsmitglieder die Aktion. Die Chefin erhob in einer Stellungnahme überraschende Vorwürfe, auch die Kellner_innen treten mit einer weiteren Stellungnahme an die Öffentlichkeit.

Der Streikposten begann 20 Uhr. Das „Trotzdem“ blieb geschlossen. Davor verteilten Gewerkschaftsmitglieder Informationen an Kund_innen und Passant_innen. Es wurden viele Diskussionen geführt und viele Gäste unterstützten die Aktion. Nur ca. 4-5 Stammkund_innen blieben verständnislos. Die Mahnwache wurde durch Live-Musik unterstützt.

„Die ganze Unterstützung war sehr rührend. Wir haben Solidaritätsbriefe und Emails bekommen. Eine mir unbekannte Person fuhr extra mit dem Auto vorbei, überreichte uns Streikgeld und fuhr weiter. Kolleg_innen aus anderen Kneipen grüßten uns und wünschten Kraft und Glück.“, schildert Wolf, der Pressesprecher der Betriebsgruppe, den ersten Streiktag.

Mehr Infos bei der FAU Betriebsgruppe Trotzdem Unbequem

Hintergründe des Streiks in einem Argumentationspapier der BNG