Flugblatt für den Antifa- Infostand am Dachauer Bahnhof, am 6. Juli 2007
**Willkommen im Dachau des Jahres 2007
Wie kann es sein, dass so etwas wochenlang niemanden stört?**
„SS/SA“, Nazischmiererei am Tengelmann, Schleissheimerstr., die keines Kommentars bedarf
„Deutschland den Deutschen“ steht auf der Brücke zur Ludwig Thoma-Wiese
Mehrere Hakenkreuze, andere Nazisymbole, und „Sieg Heil“ stehen auf der Rückseite des Sparkassenplatzes
Ein Hakenkreuz und eine sog. Odalrune befinden sich seit Wochen an der Mauer der MD- Papierfabrik.
Weitere Schmierereien waren an der Martin Huber-Treppe zu beobachten. An deren Fuße steht außerdem auf einer Infotafel für TouristInnen(!!): „München, Dachau“ und ein Hakenkreuz, an der Telefonzelle daneben: „SA“
Das sind Tatsachen! Mehr noch: das ist das Letzte!!
Das Argument, es handle sich vielleicht „nur“ um provozierende Jugendliche, greift als solches definitiv nicht, da Symbole und Codes verwendet werden (Erläuterung hierzu auf der Rückseite), die eindeutig szenetypisch sind, also einen gewissen Hintergrund erkennen lassen.
Des weiteren ist es einfach nicht nachvollziehbar, dass solche Schweinereien nicht sofort entfernt werden!
In Dachau ist es wohl der Befriedigung des Gewissens genug getan eine Gedenkstätte am ersten KZ errichtet zu haben, dem Prototyp für den späteren Genozid. Doch niemand denkt daran, dass Rechtsextremismus nicht von selbst verschwindet, sondern durch wegschauen und verharmlosen prächtig gedeiht. So ist es nicht verwunderlich, wenn am „Tag der Heimat“ CSU-Mitglieder den Nationalsozialismus ignorierten oder verniedlichten, indem sie anderen „Nationen“ Schuld an Vertreibungen vorwarfen. Der ehemalige Kassier der JU Dachau ( Junge Union ) Christoph Neeb, sympathisierte 2004 auf seiner Homepage offen mit extrem Rechten bzw. einem Holocaust- Leugner.
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ ( Brecht )
Rechte und rechtsextreme Jugendliche treten in Dachau meist nicht öffentlich auf. Sie treffen sich in Kneipen oder auf Partys. Die früher zu vernehmende Kontinuität lässt einen Anstieg erkennen. Auch das Erscheinungsbild hat sich geändert. Den typischen glatzköpfigen Stiefelnazi trifft man überhaupt nur noch selten. Zwar bestehen einige Dress-Codes weiter, doch häufig unterscheiden sich extrem Rechte äußerlich nicht mehr sonderlich von gewöhnlichen Jugendlichen. Manche Codes sind für die Öffentlichkeit oft nicht als solche erkennbar.
Trotzdem.
Wenn diese Sauereien auf keinen Widerspruch stoßen, könnte man annehmen, dass sie akzeptiert werden. Wollen Sie das?
Symbole und Codes der Neonazi- Szene
88: Bezieht sich auf den 8. Buchstaben im Alphabet, H, also HH, steht für „Heil Hitler“
Odalrune: War in der NS- Zeit das Symbol der „Hitlerjugend“, nach 1945 ein Zeichen der 1994 verbotenen, neofaschistischen „Wiking- Jugend“.
Lebensrune: Zeugt von der „Lebenskraft des Volkes“, wird hauptsächlich von der völkischen Bewegung genutzt.
14 WORDS( 14 Worte ): „We must secure the existence of our people and the future of white children. – Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft der weißen Kinder sichern.“ Zitat von David Lane, Kopf der rechtsextremen US- Terrorgruppe „The Order“( die Ordnung ). Wird gebraucht v.a. von gewalttätigen Neonazis weltweit.
Kneipen, in denen mehrmals rechte und extrem rechte Jugendliche gesichtet wurden
„Lokalbahn“ am Dachauer Stadtbahnhof
„Wahnsinn“ in der Sudetenlandstr., Dachau- Ost
„Easy“ in Petershausen, Nähe Bahnhof
Geschäfte, in denen rechtsextreme Zeitungen zum Verkauf angeboten werden
Kiosk am Dachauer Bahnhof verkauft „Deutsche Stimme“, „Deutsche Nationalzeitung“, „Junge Freiheit“
Lotto und Zeitschriftengeschäft in der Sudetenlandstr. 7 verkauft die „Deutsche Nationalzeitung“
Beide Läden weigern sich diese Zeitungen aus ihrem Sortiment zu nehmen!
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GENUG IST GENUG!! KEIN RAUM FÜR NAZIS!!**
Wir boykottieren oben genannte Kneipen und Geschäfte. Sprecht die Besitzer darauf an!
Meldet Nazischmierereien und Treffpunkte.
Kein Vergeben, kein Vergessen!