Kritik der Bürgerinitiative gegen die 3. Startbahn
aufgeMUCkt bedient sich rechtspopulistischer Rhetorik
Oh weia. Da haben wir noch, als Einzelpersonen, die Demonstration der Startbahngegner_innen dieses Jahr in Dachau unterstützt, gegen die Startbahn 3 Bomben auf die Staatskanzlei heraufbeschworen, und nun geht der Schuß vollkommen nach hinten los.
In Flugblättern, die seit kurzem in Umlauf sind, wird unter dem Motto: „Wir sind Bayern – Großdemonstration für die Bewahrung unserer Heimat“, für den 6. September zum Marienplatz in München mobilisiert. Verantwortlich zeigen sich dafür neben Bürgerinitiativen aus dem bayrischen Raum und dem Bund Naturschutz das auch in Dachau und Umgebung aktive Bürgerbündnis aufgeMUCkt.
Für sie steht fest: „Es kämpft sich nicht schlecht für Heimat und Recht.“
Als allererstes handelt es sich bei dem geplanten Startbahnbau um eine Zerstörung der Umwelt. Wir haben die BI somit als Zusammenschluss von mehr oder weniger fortschrittlich denkenden Bürger_innen wahrgenommen, denen es um Naturschutz, auch und v.a vor der eigenen Haustür, ging.
Dass jetzt auf einmal die „Heimat“ und deren Bewahrung ins Spiel gebracht wird ist für uns inakzeptabel. Die Absichten für den Bau der Startbahn stehen in absoluter Kongruenz zum gegenwärtigen ökonomischen System. Es geht um die Maximierung von Profit, die Produktion von Mehrwert und immer mehr Mehrwert. Größerer Flughafen – mehr Ertrag. Diesem Interesse wird der Zustand der Natur und die Wünsche der dort lebenden Menschen untergeordnet. Somit ist der Startbahnbau letztendlich pures Kapitalinteresse.
Im Sinne der regierenden CSU dient der vergrößerte Flughafen dem Wohle Aller, also auch der „Heimat“. So würden sie es darstellen. Für die BI ist es die Erhaltung der Natur und die Respektierung der ansässigen Menschen. Der Begriff ist beliebig anwendbar und soll vor allem große Akzeptanz schaffen.
Nicht zu vergessen: Es ist Wahlkampf. Und womit könnte man die explizit “Heimat” liebende Einparteienherrschaft mehr verärgern, als ihnen Versagen darin vorzuwerfen. Außerdem könnten die Menschen der BI auch im Auge haben ihren Unterstützerkreis zu erweitern. Das wird dann auch unweigerlich gelingen. Allerdings werden sich Gruppen und Personen bestätigt fühlen, die seit jeher für den Schutz und die Bewahrung der „Heimat“ eintreten: Die extreme Rechte.
Die Freisinger NPD versuchte bereits seit Beginn der Proteste gegen den Transrapid in deren Fahrwasser zu kommen. Durch den rassistischen „U – Bahn Schläger“ Wahlkampf der CSU konnte die NPD – Tarnliste „Bügerinitiative Ausländerstopp (BIA)“ breitere Akzeptanz gewinnen und mit Karl Richter ins Münchner Rathaus einziehen.
Wir nehmen nicht an, dass es die Absicht der BI ist, Personen aus dem extrem rechten Spektrum anzusprechen, wohl aber aus der bürgerlichen Rechten.
In der Dachauer SZ vom 22.8.08 ist auf der Titelseite ein Foto vom Beckstein-Besuch in Indersdorf abgebildet. Dort sieht man neben dem offiziellen Banner von aufgeMUCkt ein Schild mit der Aufschrift „Anständige Bayern zerstören nicht Heimat und Umwelt“. Na Bravo. Dieser Wortwahl bedient sich allenfalls die Rechte. Die mittlerweile irrelevanten Republikaner, aber auch die NPD werden dies mit Wonne aufnehmen. Und wie reagiert die BI, wenn die Geister, die sie riefen plötzlich auf der Großdemonstration auftauchen, selbst wenn sie dort nicht offen auftreten? Wie wird dann argumentiert?
Wir werden das als Antifaschist_innen nicht hin nehmen! Solange die Proteste unter diesem Motto laufen rufen wir alle Jugendlichen und Erwachsenen in Dachau auf:
**Keine Beteiligung an den Startbahn Protesten
Keine Unterstützung für populistische und rechte Phrasen – Patriotismus ist nicht positiv
Wer mit dem Feuer spielt, der kommt darin um!**
assoziation autonomer umtriebe dachau
wir haben diesen Text bisher mehrmals an aufgeMUCkt geschickt. Inklusive einer Anfrage, ob das Motto ihrer Kampagne auch den Rückhalt ihrer Mitglieder hat. Laut unseren Informationen waren einzelne nämlich nicht gerade begeistert. Ebenfalls sollten sie angeregt werden, nach der NPD Propaganda-Flut Anfang September in Dachau, ihre Wortwahl erneut zu überdenken.
Bis jetzt wurden unsere Anfragen ignoriert. Aber diese Personen freuen sich bestimmt über Post.
Schreibt doch mal: info@keine-startbahn3.de
oder noch besser an Monsieur Claus Conrad, Sprecher von aufgeMUCkt aus Karlsfeld: