Mehrfacher Mordversuch an Antifaschist_innen durch Neonazis in Malmö
In Schweden nehmen gewalttätige Übegriffe an Antifas bis zu Mordversuchen zu. Bereits am 15. Dezember 2013 griffen Neonazis der “Svenska Motståndrörelsen” (Schwedische Widerstandsbewegung) eine antifaschistische Demonstration im Stockholmer Vorort Kärrtorp an. Antifas konnten den Angriff erfolgreich zurückschlagen.
Die Polizei, die dem Angriff völlig überfordert gegenüber stand, nahm daraufhin einen Antifa in Haft. Es wurden zwar auch 28 Neonazis festgenommen, aber der Genosse Joel sitzt bis zum heutigen Tag.
Nun erfolgte der nächste Angriff in Malmö. Auf dem Rückweg von einem feministischen Festival am 8. März griffen die Neonazis eine Gruppe von Besucher_innen mit einem Messer an und verletzte zwei von ihnen. Einer, der Antifaschischist Showan S. von den linken Ultras Malmö liegt seitdem im Koma.
Artikel des AIB vom 10.03.14
Mehrfacher Mordversuch an Antifaschist_innen durch Neonazis in Malmö
“Im schwedischen Malmö kam es in der Nacht des 8.März 2014 zu einem Überfall organisierter Neonazis auf eine kleine Gruppe von Antifaschist_innen. Der Tathergang sowie die zugefügten Verletzungen lassen keinen Zweifel an der Tötungsabsicht der Angreifer, Tatort und Auswahl der Opfer lassen auch einen Zufall unwahrscheinlich erscheinen: die Attacke erfolgte in einem als links und multikulturell geltenden Stadtteil zwischen dem alternativen Folketspark, in welchem ein Festival feministischer Gruppen zum 8.März stattfand, und dem Kulturzentrum Glassfabriken, zu welchem die Opfer auf dem Weg waren.
Die Gruppe wurde unvermittelt von sechs Neonazis aus kurzer Distanz mit Flaschen beworfen und anschließend mit Eisenstangen und Messern attackiert. Zwei Opfer erlitten Messerstiche in Brust und Schulter, eines einen Lungendurchstich. Ein 25jähriger erlitt so schwere Hirnverletzungen, dass er in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Er befindet sich aktuell nach einer zweiten Notoperation außer Lebensgefahr, Freunde beschreiben seinen Zustand als „stabil, aber ernsthaft“.
Eben dieses Opfer wurde vor kurzem auf der schwedischen Neonazi-Homepage „Realisten“ mit Bild und vollem Namen als Aktivist einer Kampagne von Fußballfans gegen Homophobie geoutet. Die Täter ließen erst von ihren Opfern ab, als berittene Polizisten eintrafen und drei von ihnen vor Ort festnehmen konnten. Alle drei mit Vorwurf des versuchten Mordes inhaftierten sind bekannte Neonazi-Aktivisten: Martin Clausen war innerhalb der letzten Jahre Mitglied verschiedener Neonazi-Organisationen, Carl André ist seit 2010 Mitglied der „Svenskarna Parti“ (SvP), Magnus Holmqvist fiel bisher als Randfigur den Neonazi-Szene auf. Nebulös bleibt, warum der ebenfalls am Angriff beteiligte langjährige SVP-Aktivist Andreas Carlsson nicht inhaftiert wurde. Er soll nach Berichten lokaler Antifaschist_innen bereits in der Vergangenheit an Überfällen auf Antifaschist_innen beteiligt gewesen sein, bei denen er demnach auch mehrfach Messer einsetzte. Carlsson war erst wenige Tage vor dem Angriff aus der Ukraine nach Schweden zurückgekehrt. Dort hatte er als Teilnehmer einer Delegation schwedischer Neonazis als “Ukrainafrivilliga” (Ukraine-Freiwillige) Kameraden der „Svoboda“ bei ihrer gewaltsamen Machtübernahme unterstützt und im Internet über die Mission berichtet – auf der Seite „Realisten“.”
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