Mieten: Dachau bundesweit am fünft teuersten
Luxus-Appartements, wie sie z.B. in der Altstadt auf dem Gelände der ehemaligen Koschade-Klinik entstehen, gehören mittlerweile zu einem gewohnten Anblick in Dachau. Mehrheitlich handelt es sich hierbei um Eigentumswohnungen, doch auch Mietwohnungen zu einem Preis, den man mit einem durchschnittlichen Lohn bezahlen kann, werden mehr und mehr zur Seltenheit.
Mietwucher
Das Hamburger F+B-Institut hat in einem Mietspiegelindex Mieten in 324 Städten mit mehr als 20.000 Einwohner_innen in der BRD ausgewertet und kam zu dem Ergebnis, dass in Dachau die Mieten am fünft teuersten sind.
Am teuersten sind sie in München. Als Durchschnittspreis für eine 65-Quadratmeter-Wohnung wurden 9,74 Euro pro Quadratmeter angegeben – 59% über dem Bundesdurchschnitt (6,13 Euro). Auch Platz zwei liegt um die Ecke: Gemering, gefolgt von Stuttgart. Auf Dachau folgt auf Platz sechs Köln.
Sinkende Löhne
Währenddessen boomt in der BRD der Niedriglohnsektor. 2010 befanden sich acht Millionen Menschen, 23,1% aller Beschäftigten, in einem solchen Verhältnis, davon 1,4 Millionen mit einen Stundenlohn von weniger als 5 Euro. Unterbezahlte Leiharbeit hat sich seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 verdreifacht. Auch sonst sind die Reallöhne gefallen – in den letzten 10 Jahren haben die unteren 70% fast 10% verloren. Insgesamt sind sie um 4,2% im Zeitraum von 2000 bis 2010 gefallen. (Wildcat Nr. 92, Frühjahr 2012)
Klassenkampf?
Dagegen sind hohe Mieten kaum von öffentlichem Interesse. Da hilft es auch nicht, dass in einer F+B-Studie von 2009 Dachau noch an der dritten Stelle der teuersten Mieten stand.
Es reicht nicht aus, eindimensional nur gegen Banken zu protestieren (Occupy in der BRD) oder die Regierungen als alleiniges Übel darzustellen (Aktionstag des Europäischen Gewerkschaftsbundes am 14.11.12). Die sozialen Widersprüche sind Grundvoraussetzungen für die Existenz des kapitalistischen Systems. Dieses in seiner Gesamtheit muss bekämpft werden. Die eigene soziale Lage bildet den Ausgangspunkt dafür. Es ist an der Zeit!