[autonomia dachau]

Neonazis stören in Freising Veranstaltung gegen Rechts

Am 24.11.14 kündigte das Freisinger Bündnis gegen Rechts „Freising ist bunt“, eine Veranstaltung über die extreme Rechte in Bayern im „Gasthof zum Löwen“ in der Landshuter Straße an. Geladen war ein Referent des AIDA Archivs aus München, der u.a über die Neonazipartei „Der III. Weg“ berichten sollte.

Laut Medienangaben störten 15 Neonazis aus dem Umfeld des „III. Weg“, darunter verurteilte Rechtsterroristen wie Thomas Schatt und Karl Heinz Statzberger, der mittlerweile als Redner für die Neonazikleinstpartei auftritt, die Veranstaltung massiv. Sie befanden sich bereits vor Beginn in der Gaststätte. Der Wirt weigerte sich, die Neonazis des Lokals zu verweisen. Als die herbeigerufene Polizei eintraf, erteilte er stattdessen dem AIDA Referenten Hausverbot.

Eine gleichzeitig im selben Lokal stattfindende SPD Veranstaltung musste auf Grund des aggressiven Auftretens der Neonazis ebenfalls abgebrochen werden. „Freising ist bunt“ verlegte daraufhin seine Veranstaltung in ein anderes Lokal.

Bereits am 1.11.14 berichtete die Freisinger Kameradschaft „Aktionsbund Freising“ auf ihrer Homepage, dass vor einem Asylbewerberheim in Freising rassistische Flyer des „III. Weg“ verteilt wurden. Der „Aktionsbund Freising“ war eingegliedert in das im Juli verbotene „Freie Netz Süd“. Der elitäre „III. Weg“ kann in Bayern als deren Nachfolgestruktur bezeichnet werden. Dominik Hering, die nur minder begabte Führungsfigur des „Aktionsbund“, bekennt sich in der Öffentlichkeit zum „III. Weg“ durch z.B. Kleidungsstücke. Auch pflegt er beste Kontakte zu Karl Heinz Statzberger, mit dem er in der näheren Vergangenheit des öfteren versuchte, Veranstaltungen zu stören, bzw. sich zu beteiligen, wie beispielsweise bei Gegenprotesten zum Marsch von Abtreibungsgegnern am 10.5.14 in München oder ebenfalls im Mai bei den so genannten „Montagsdemonstrationen“ am Sendlinger Tor.

Dass die Freisinger Polizei in einer solchen Situation nicht in der Lage ist, aggressiven Neonazis Einhalt zu gebieten, zeigt wieder einmal, dass die Polizei kein Partner im Kampf gegen Rechts sein kann. „Freising ist bunt“ sollte sich überlegen inwieweit die Farben beige und grün dem bunten inbegriffen sind. Schwer wiegt auch das Verhalten des Inhabers des „Gasthofs zum Löwen“, der lieber einem Referenten, der durch eben jene Neonazi-Strukturen immer wieder Ziel von Pseudo-Outings bis tätlichen Übergriffen wird, Hausverbot erteilt.

Man braucht sich nicht wundern, wenn sich neonazistische Strukturen durch ein derartiges Verhalten in ihrem Treiben bestätigt fühlen. Aufgewertet werden sie dadurch allemal.