Protest von Beschäftigten des Jugendherbergswerks in Dachau
70 Beschäftigte des „Deutschen Jugendherbergswerk“ (DJH) aus ganz Bayern haben am 16. Juni eine Kundgebung vor dem Jugendgästehaus Dachau abgehalten, um sichere Arbeitsplätze, feste Arbeitsverhältnisse für alle, v.a. für Saisonarbeiter_innen, und gerechten Lohn zu fordern. Damit sollte die gleichzeitig im Haus stattfindende Jahreshauptversammlung des Jugendherbergswerkes Bayern gestört werden. Das ist ihnen auch gelungen.
Die Gewerkschaft ver.di will mit dem DJH einen bisher nicht existierenden Tarifvertrag aushandeln, was diese aber vehement ablehnen. Trotz gegenteiliger Behauptungen der Vorgesetzten ist die Bezahlung von Reinigungs- und Küchenpersonal unterdurchschnittlich. Zudem droht ein durch Sanierungen bedingter Stellenabbau, der hauptsächlich die Saisonarbeiter_innen betreffen könnte.
Die Vorgesetzten wollten sich dazu nicht äußern, blieben hinter verschlossenen Türen, reagierten aber dennoch. Durch den unerwarteten und lautstarken Protest scheinbar gestört, riefen sie die Polizei. Gewohnt konsequent verwies die dann alle Demonstrant_innen der Straße. Diese ließen sich aber nicht entmutigen und wichen auf die Gehwege aus.
Beschissene Arbeitsbedingungen sind keine Besonderheit, Demonstrationen in Dachau schon. Leider war von der Aktion in der Lokalpresse nichts zu lesen. Und auch sonst gab es wohl kaum eine Möglichkeit vorab etwas von der geplanten Aktion zu erfahren. In einem von Kolleg_innen des DHJ Bayern betriebenen Blog gibt es einen kurzen Bericht darüber. Darin wird schon mal erwähnt, dass sie beim nächsten Mal mehr sein werden.