[autonomia dachau]

Spontane Streiks bei Mercedes Bremen

“Im November und Dezember 2014 haben insgesamt 5500 ArbeiterInnen im

Mercedes-Werk Bremen-Sebaldsbrück vier mal gestreikt und demonstriert gegen

Fremdvergabe und Leiharbeit.

Nach dem Plan der Daimler AG soll die Zahl der Fahrzeuge aus dem Werk

Sebaldsbrück bis 2016 um 20 Prozent erhöht werden.

Die weiteren Fremdvergabe-Planungen der Werkleitung im “Zielbildpapier 2019”

sehen die Vergabe von 700 Arbeitsplätzen an Fremdfirmen vor.

Im Jahre 2016 sollen 92 Zusatzschichten gefahren werden, was hieße, daß auch

samstags gearbeitet würde.

Die Werksleitung will die Produktionserhöhung mit der Ausweitung von

Werksverträgen und Leiharbeit bewerkstelligen.

Ein Stammarbeiter berichtet: “Ich verdiene 3.700 Euro brutto, ein Leiharbeiter

knapp 2500 Euro (18.03 Euro pro Stunde)… bei Werkverträgen bekommen die

ArbeiterInnen teilweise nur 8.50 Euro”.

Das Kalkül der Kapitalseite ist also einleuchtend.

Nach dem spontanen Streik am 12.12. mit 1.300 KollegInnen der Nachtschicht

wurden 80 KollegInnen zu einem Personalgespräch geladen. Sie wurden einzeln

regelrecht verhört und zum Denunziantentum aufgefordert. Alle KollegInnen

blieben standhaft.

Konflikte gibt es mit dem 1. Bevollmächtigten der IGM Bremen, Volker Stahmann,

der sich gegen die Streiks wandte, weil sie “nichts bringen” würden und man

intelligentere Lösungen finden müsse.

Ihm halten die Streikenden entgegen: Die IG Metall – das sind wir!

Was ist das Besondere an den Streiks bei Mercedes Bremen?

a) Daß es spontane (auch “wilde” Streiks genannt) Streiks sind, also von den

KollegInnen ausgehend und nicht von der Gewerkschaftsführung

b) Daß sie sich gegen Leiharbeit und Werkverträge richten

c) Daß sie eine politische Seite haben, weil das Verbot der Leiharbeit gefordert

wird

d) Daß die Werksleitung sich ungewohnt hart gegen die Streikenden wendet:

Einschüchterungsversuch durch 761 Abmahnungen und Kündigungsandrohungen

e) Der IGM-Bevollmächtigte für Bremen, Volker Stahmann, hat sich gegen die

Streikenden gestellt

Die Streikenden haben fast hundert Soli-Mails nicht nur aus Deutchland sondern

weltweit bekommen. Auch das ermuntert sie zum Weitermachen. Sie sind ein Vorbild

für Streiks dieser Art!”

Jour Fixe – Gewerkschaftslinke Hamburg wird dazu am 4. März eine Veranstaltung machen

Quelle: jourfixe.hamburger-netzwerk.de