[autonomia dachau]

Verfahren gegen Dachauer Schlägerpolizisten des USK eingestellt

Nichts anderes haben wir erwartet. Dem durchaus kritischen Artikel der SZ vom 15. 10. 08 entnehmen wir, selbst die Staatsanwaltschaft sehe mehrere Hinweise, dass Bullen “in unverhältnismässiger Weise und ohne rechtfertigenden Grund mittels Schlagstock auf unbeteiligte Besucher, zum Teil Kinder und Frauen, eingeschlagen haben sollen”.

Was ging dem voraus?

Am 9. Dezember letzten Jahres kam es im Vorfeld des Amateur – Derby´s 1860 gegen die Roten im Stadion an der Grünwalderstraße zu einzelnen Scharmützeln unter Fangruppen. Dies nahm die Polizei zum Anlass 20 Minuten vor Spielende eine Blocksperre gegen die Anhänger von Sechzig München zu verhängen, die bis 40 Minuten nach Abpfiff andauerte. Nach offiziellen Angaben war dies nötig um die Fangruppen voneinander zu trennen. Zusätzlich pressten sich mehrere Beamte des Unterstützungskommandos (USK) und andere Büttel der Dachauer Bereitschaftspolizei durch die Reihen. Dadurch wurde die eh schon gereizte Stimmung nur noch weiter aufgeheizt. Als dann die Blocksperre aufgehoben wurde drängte die Masse nach draußen. Am Ausgang stand bereits das USK Spalier und schlug wahllos auf die Leute ein. Ein 39 jähriger Münchner wurde durch einen Schlag an den Kopf verletzt und erlitt eine Platzwunde und Schädelprellung. Ein entschlossener Teil begab sich in einen kurzen, wilden Schlagabtausch, die meisten aber versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Mehrere Fans berichteten, dass sie, als sie außerhalb der Gefahrenzone zu gelangen versuchten von vorbeilaufenden USKlern mit Schlagstöcken geschlagen wurden. Viele sprangen in Panik über eine Absperrung und fielen den Candidberg hinunter.

Nach den Ereignissen versuchten einige Fans die Opfer der Übergriffe zu Aussagen zu bewegen. Der Großteil aber verzichtete aus Furcht vor Repressalien.

Dass es zu keiner Verurteilung kam liegt unter anderem der Tatsache begründet, dass das USK keine Namensschilder, geschweige denn Dienstnummern trägt. Dennoch sind sich einzelne Geschädigte der Übergriffe sicher Beamten wiedererkennen zu können, die z.B. Pfefferspray aus kurzer Distanz ins Gesicht sprühten. Es kam aber weder zu Gegenüberstellungen, Feststellung der Personalien der eingesetzten Kräfte, Zeugenvernehmungen, oder Befragungen. Als der Oberstaatsanwalt Anton Winkler fragte warum es beim USK keine Namensschilder oder Dienstnummern gäbe, antwortete Polizei – Sprecher Wolfgang Wenger lapidar: “Nummern haben wir noch nie gehabt. Wir sind keine Nummern”. Erstaunlich ist außerdem, dass keinerlei Videomaterial mehr aufzufinden war. Wo doch das USK immer mit einem so genannten „Beweissicherungstrupp“ unterwegs ist, der die Eingriffe filmt, um später neben dem „Täterverhalten“ auch den eigenen Zugriff zu reflektieren.

Insgesamt waren 2 Züge des USK Dachau und weitere Beamte der Dachauer Bereitschaftspolizeikaserne im Einsatz.

Gegen das Urteil wurden Rechtsmittel eingelegt.

Kein Friede mit dem Staat im Staat

FIGHT BACK