Covid-Infocafé am 17.09.

17.09.24 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7
Wie in den letzten Jahren wird ab Beginn des Oktoberfests eine Covid-Infektionswelle auf uns zurollen. Vorher wollen wir euch aktuelle Informationen mitgeben, wie ihr euch und andere schützen könnt. Außerdem wollen wir einen Raum öffnen zur Diskussion über Covid und seine Folgen, zum Rückblick auf die letzten Jahre und zur politischen Analyse.
Covid-19 begleitet uns seit fast fünf Jahren, mit drastischen Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft. Aus der Öffentlichkeit ist C19 verschwunden, oder besser: Es wurde verdrängt. Die westlichen Länder beschlossen 2022/23 ungefähr zeitgleich, dass der Schutz der Bevölkerung die Disruption kapitalistischen Kreisläufe nicht mehr aufwiegt und erklärten die Pandemie für beendet.
Aber eine Seuche gehorcht nicht den politischen, sondern den biologischen Verhältnissen: Ohne Infektionsschutz mutiert das Virus ungebremst weiter, wird ansteckender und gefährlicher. Seit Jahren wissen wir, dass auch „milde“ C19-Verläufe vielfältige und zum Teil dauerhafte Schäden anrichten können. Herzprobleme, Blutgerinnungsstörungen, Diabetes und Schwächungen des Immunsystems haben gerade bei jungen Leuten deutlich zugenommen. In der extremen Form des Long Covid lauert ME/CFS, das chronische Fatiguesyndrom, das Betroffene komplett aus dem Leben reißt. Wiederholte Infektionen erhöhen das Risiko. Gleichzeitig merken wir die Folgen der rechten Mobilisierungen um die verschwörungsmythische Querdenken-Szene, die eine Polarisierung der Gesellschaft bewirkte.
Grund genug, Covid wieder zum Thema zu machen: Wie hat sich die Gesellschaft durch den Pandemienotstand und die nachfolgende Entsolidarisierung verändert? Was ist der Zustand des Gesundheitssystems? Wie können wir behinderte und chronisch kranke Menschen im Kampf gegen Ableismus unterstützen? Wie fügt sich das alles ein in das Erstarken der politischen Rechten?
Zum Thema Krankheit
Das Kapital nahe Institut der deutschen Wirtschaft heult “Lohnfortzahlung kostet Arbeitgeber Rekordsumme” tagesschau 13.09.24 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/rekordsumme-lohnfortzahlung-100.html
Wir erwidern: Fuck you, den Lohn hättet ihr auch zahlen müssen, wenn wir gesund gewesen wären. Kommentar darüber was krank ist und wie krank es denn sein darf
Texte aus der Hochphase der Pandemie
Eine erste Zwischenbilanz aus dem Mai 2020, nach zwei Monaten Pandemie
Eine kurze Zeit lang zu Beginn dachten wir tatsächlich, wir könnten dem System etwas neues entgegen setzen: die Selbstermächtigung
Ein Text aus Griechenland, September 2021. Die Realität der Verleugnung und die Verleugnung der Realität “Obwohl der Text also versucht, die Frage zu beantworten, was uns die Covid-Pandemie (und ihr Management) über den zeitgenössischen Kapitalismus und den Staat sagt, stellt er auch die schwierige Frage, was sie uns über die Subjekte der heutigen Zeit und die materiellen Bedingungen für kollektives Denken und Kämpfen sagt. […] Die kombinierten Auswirkungen eines beispiellosen Ausbruchs eines ansteckenden Virus (in existenzieller und materieller Hinsicht), der fast zeitgleich auf der ganzen Welt auftrat, die Angst und Unsicherheit, die dadurch ausgelöst wurden, sowie die unterschiedlichen Arten, mit denen Staat und Kapital darauf reagierten, erlauben es uns, unsere Beobachtungen über Griechenland hinaus zu erweitern.”